Geek Edition ab Werk

Geek Edition ab Werk

Noch ein Post zum Thema Spiele. Dieses Mal geht es um das Kartenspiel Smash Up, genau wie das erwähnte Munchkin aus dem Pegasus-Verlag. Smash Up ist ein Spiel mit einem unbestreitbar hohen Geek-Faktor, und passend dazu verkauft der Verlag eine Kiste namens ‚Geek Edition‘. Eine große Box mit wenig Inhalt, gedacht um das Basisspiel und die Erweiterungen ordentlich aufzubewahren.

Gute Idee, aber die Umsetzung krankt doch sehr an dem merkwürdigen Einsatz der in dem Karton enthalten ist. Der ist offenbar für ein anderes Spiel gemacht worden, für den Einsatz in Verbindung mit Smash Up ist er gelinde gesagt untauglich. Das spiegelt sich entsprechend auch in den vernichtenden Amazon-Rezensionen wider. Die Probleme sind folgende:

  • Karten werden in den Fächern nicht ordentlich gehalten, fallen um.
  • Spielregeln müssen irgendwie in ein Fach geknuffelt werden.
  • Die Basis-Unterlagen sind super, passen aber überhaupt nicht in den Karton.
  • Fächer für Kleinkram (Siegpunkte, Stärkemarker) sind so tief dass ich mit meinen großen Händen kaum an die Kleinteile komme.

Aber die Box an sich ist sinnvoll, und für den Preis habe ich mich mal selbst an einen Hack gemacht…

Meinen Weg dahin habe ich ja schon beschrieben, im Wesentlichen braucht man FreeCAD, ein Plugin dazu und Inkscape. Oh, und einen Lasercutter natürlich, aber den gibt es in vielen Makerspaces, so auch im Chaostreff Dortmund.

Die Planung hat mich — mit Einarbeitung in FreeCAD — etwa einen Tag gekostet. Da ich jetzt weiß wie es geht würde ich für so ein Projekt vermutlich um die vier Stunden brauchen. Der Lasercutter hat etwa eine halbe Stunde gebraucht, danach hatte ich ein großes Holz-Puzzle. Und zu meinem Erstaunen hat das so gut geklappt dass ich beim Zusammenbauen nicht mal Kleber benutzt habe, es hält einfach so durch die Passformen!

Meine Box hat jetzt folgende Features:

  • Platz um meine Smash-Up-Karten einzusortieren, Trenner um zum Beispiel die Munchkin-Variante vom Rest fern zu halten.
  • Platz für Spielanleitungen und Basis-Unterlagen.
  • Kleiner Einsatz für Siegpunkt- und Stärkemarker, kann während des Spiels auf den Tisch gestellt werden.
  • Unter dem kleinen Einsatz ist ein „Geheimfach“ für Sachen die man im Prinzip nicht braucht, bei mir liegen da die Fehldrucke von den Ork-Karten.

Edit: Übrigens ist die Idee, Spiele nachträglich mit solchen Organizern auszustatten nicht neu, die gibt es auch von kommerziellen Anbietern. Unter anderem auch für Smash Up, allerdings nur für die amerikanische Schachtel — nicht für die deutsche Geek Edition.

Alles in allem bin ich extrem zufrieden mit dem Ergebnis. Es hat Spaß gemacht zu planen und zu konstruieren, und ich hätte echt nicht damit gerechnet dass das Ergebnis auf Anhieb so gut funktioniert. Ideen für andere Spiele sind schon in Planung… :-)

Spyke auf dem Karton

Spyke auf dem Karton

Eigentlich war ich nie ein großer Spieler. Aber dieses Jahr habe ich zum Geburtstag ein Spiel geschenkt bekommen. Das hat mich sehr angefixt, seitdem habe ich mich intensiv damit beschäftigt was der Spielemarkt so hergibt. Hatte ich ja auch schon beiläufig erwähnt.

Das Spiel das den Auslöser gegeben hat war Munchkin. Ein Kartenspiel von Steve Jackson, in Deutschland vertrieben von Pegasus. Ich habe seitdem eine Menge wirklich guter Spiele kennen gelernt, aber — obwohl es offenbar unter ‚ernsthaften Spielern‘ sehr polarisiert — bleibt Munchkin einer meiner Favoriten. Neben meiner Frau konnte ich jetzt schon einige Leute damit infizieren. Allesamt höchstens Gelegenheits-Spieler wie ich, aber wirklich negative Rückmeldungen habe ich noch nicht bekommen.

Box, Netz-Trolle, Mami und Plutonium-Drachen

Box, Netz-Trolle, Mami und Plutonium-Drachen

Geschenkt wurde mir eine Box mit Fantasy Munchkin 1 und 2. Von dem Spiel sind aber eine Menge Varianten und Erweiterungen rausgekommen, so nenne ich mittlerweile auch die Erweiterungen 3 bis 6, die Turbobooster, die verlorenen Schätze, Freibeuter-Munchkin 1 und 2, sowie das Brettspiel Munchkin Quest, den Love-Letter-Clone Loot Letter und die Munchkin-Variante von Smash Up mein Eigen. Und da kommt sicher noch einiges dazu. Die Kiste mit 7 und 8 steht schon auf dem Einkaufszettel, die Vampir- und Western-Versionen reizen mich, und aus irgendwelchen Gründen hat mir die beste aller Frauen ein striktes Verbot gegeben, mir vor Weihnachten Star Munchkin zu kaufen. :-D

Heute wurde ich mit einer völlig neuen Variante überrascht. Nennen wir es mal Guest Artist Edition. Meine Tochter hat mir eine Erweiterung gebastelt. Komplett mit Schachtel, Netz-Trollen, Mami und natürlich Plutonium-Drachen. Sie hat sich meine Spiele gut angesehen, zum wirklichen Spielen ist sie noch zu jung. Aber mir scheint dass ich jetzt doch auch Jäger des Schatzes — eine Variante für Kinder — auf den Einkaufszettel nehmen muss… ;-)

Mein Design

Mein Design

Mit einem Lasercutter kann man jede Menge nützliche Sachen herstellen. Vor zwei Jahren habe ich mal ein schickes Raspberry-Gehäuse gefunden, das konnte ich einfach runterladen und mir beim Makerspace meines Vertrauens auslasern lassen. Das Ergebnis ist schick geworden, genau so ist der Raspi jetzt als Medienabspielgerät im Einsatz.

Aber wie komme ich an ein Gehäuse nach Mass, für eigene Projekte?

Das einfachste wird wohl ein kostenloser Online-Generator sein. Davon gibt es einige, mit unterschiedlich vielen aber doch ziemlich überschaubaren Features. Man gibt die gewünschten Masse ein, und bekommt ein PDF oder ein SVG das man direkt an den Cutter verfüttern kann.

Genauso einfach kann man Boxen wohl direkt in Inkscape erstellen. Dazu muss man ein Plugin installieren, das habe ich aber nicht ausprobiert.

Die nächste Stufe dürfte der Boxdesigner sein. Erstmal ist das auch so ein Online-Generator, aber dafür mit einer geradezu überwältigenden Zahl von Funktionen. Nett gemacht, und wer es braucht wird dafür sicher gern die 13 Euro im Jahr bezahlen. Hätte ich auch fast gemacht. Aber nur fast. Was ich gerade bauen will ist etwas zu speziell für den Designer. Mein Plan war, das grundlegende Design da raus zu ziehen, und den Rest in Inkscape

Da das aber auch eine Menge Planung erfordert, und noch dazu sehr fehlerträchtig ist, habe ich mich weiter umgesehen. Und so bin ich zur — für mich — idealen Lösung gekommen:

Schneidvorlage (ein Teil davon)

Schneidvorlage (ein Teil davon)

Mit FreeCAD hatte ich mich vor einiger Zeit schonmal beschäftigt, als ich Bedarf an 3D-Planung hatte. Was ich da nicht wusste ist, dass auch FreeCAD sich durch Plugins erweitern lässt. Und richtig genug: da gibt es eines namens LCInterlocking — auf den zweiten Blick verrät der Name dass man damit Interlocking Designs für den Laser Cutter machen kann. Leider ist die Doku echt dürftig, aber alles was ich wissen musste konnte ich dem Video entnehmen das in der Readme verlinkt ist.

Auch bei dieser Lösung kommt man um Nachbearbeitung in Inkscape nicht herum, aber die komplizierten Sachen sind da schon erledigt.

Man erhält so ein großes SVG mit den Schneidvorlagen. Die Kür besteht jetzt noch darin, die Einzelteile platzsparend aufzuteilen, so dass möglichst wenig Verschnitt anfällt. Das geht manuell, ich habe es einfach mal von SVGnest machen lassen. Dazu habe ich ein Rechteck in das SVG eingefügt das die maximale Arbeitsfläche des Lasers angibt. Das SVG lade ich dann in das Tool, und nach ein paar Klicks sortiert ein Algorithmus alles für minimalen Verschnitt.

Disclaimer: Ob die Vorlage jetzt tatsächlich zum Schneiden taugt muss sich noch rausstellen. Sobald ich das weiß, und sobald ich ein vorzeigbares Ergebnis habe, werde ich auch verraten was ich da gebastelt habe… :-)

Kein Flash erforderlich

Kein Flash erforderlich

Aus Gründen beschäftige ich mich in letzter Zeit verstärkt mit Spielen. Analogen Spielen. Ohne Strom.

Gerade sehe ich mir eine Spieleinführung auf catan.de an. Interaktiv. In der Regel befürchtet man auch im Jahr 2016 bei sowas Flash. Aber nein, eine Wohltat: reines HTML. So wie man sich das Heute wünscht. Naja, fast… :-D

Nicht falsch verstehen: alle Siedler-Varianten die ich bislang ausprobiert habe waren toll, und ich kann absolut nachvollziehen dass die Seite zu einem 13 Jahre alten Spiel — das nicht mal mehr hergestellt wird — nicht auf modernste Technik setzt. Lieber antik als offline. Danke, Kosmos!

Komischer Zufall. Ich muss zugeben dass mir der Name erstmal nichts gesagt hätte. Wenn ich nicht letzte Woche den Text zu Claude Shannon geschrieben hätte, dem Erbauer der ersten Useless Machine. Der hat das eben nach einer Idee von Marvin Minsky getan, und eben dieser Herr Minsky ist diese Woche verstorben.

Ich finde es wirklich schade dass man solche Namen nicht kennt, insbesondere wenn man in der IT arbeitet und sich — wie ich — auch gerne mal mit deren Geschichte befasst. :-(

Letzte Woche hatte ich ja schon gelesen dass Minsky sich die Useless Machine ausgedacht hat. Ich weiß auch seit letzter Woche dass er Stanley Kubrick bei der Ausgestaltung von 2001 beraten hat, und dass er vor allem ein Pionier in der künstlichen Intelligenz war.

Wie ich Heute an verschiedenen Stellen lese war sein AI Lab am MIT nicht nur an der Entwicklung des Arpanet, dort wurde auch der Gedanke propagiert dass digitale Informationen frei sein sollten — was sich später dann zur Open-Source-Bewegung entwickelt hat. Danke!

Useless Machine

Useless Machine

Vor zwei Wochen hat jemand die Useless Machine für meine Erfindung gehalten, weil er meine gesehen hat. Ich konnte ihm leider nur sagen dass das ein alter Hut ist, und auf keinen Fall meine eigene Erfindung. Wer sich das ausgedacht hat wusste ich aber nicht.

Aus dem Grund möchte ich hier eben auf Claude Shannon hinweisen. Ein offenbar ziemlich verschrobener Mathematiker, und ein leidenschaftlicher Tüftler, er würde im April diesen Jahres 100. Der hat nicht nur die Useless Machine (bzw. Ultimate Machine, nach einer Idee von Marvin Minsky) gebaut, sondern eine ganze Reihe von Gerätschaften deren Charme in ihrer absoluten Nutzlosigkeit liegt. Zugegeben: Nutzlosigkeit ist im Auge des Betrachters. Wenn ich also mal dringenden Bedarf an einem Jonglier-Roboter habe, oder an einer Maschine die Zauberwürfel lösen kann, weiß ich wonach ich suchen muss…

Oh, nebenbei war Shannon auch ein Pionier der digitalen Schaltungstechnik, hat das Bit benannt, digitale Kommunikation propagiert und praktisch die Kryptographie zu einer Wissenschaft gemacht. Aber hey… Useless Machine! :-)

Auch wenn ich es manchmal als anstrengend empfinde: ich höre gerne die Musik von Kate Bush. Anfänglich weil die Frau eine tolle Stimme hat, irgendwann ist mir aufgefallen dass die Texte teilweise einen erstaunlichen Nerd-Faktor haben. So richtig ist mir das Heute nochmal bewusst geworden, im Stück ‚Deeper Understanding‘ auf der Platte ‚A Sensual World‘ (es gibt ein Video zu einer jüngeren Nachbearbeitung):

As the people here grow colder
I turn to my computer
And spend my evenings with it
Like a friend

Sowas haben mittlerweile sicher viele Musiker aufgenommen. Das faszinierende: das Stück ist von 1989, also noch deutlich vor dem allgemein bekannten Internet. Zu der Zeit waren Abende am Computer noch was für Randgruppen… :roll:

Aber in dem Stück geht es um mehr als um einen Abend mit Computerspielen. Da wird wirklich eine Beziehung aufgebaut, praktisch genau wie in dem — übrigens sehr empfehlenswerten — Film Her von 2013. Das erwähnt auch der Artikel den ich gerade über das Lied gelesen habe — und von dem ich den Titel geklaut habe… ;-)

Captain Picard wird in Star Trek: das nächste Jahrhundert als der Inbegriff der Weisheit dargestellt. Das ist mir Gestern wieder in der Folge Der Pakt mit dem Teufel aufgefallen:

Data, from your own experience of performing Ebenezer Scrooge, you’re aware how fear can be a very powerful motivator. […] And in the hands of a con artist, fear can be used to motivate obedience, capitulation, the exploitation of innocent people. And that is what I believe has happened here.

Ich hab’s nochmal in der deutschen Synchro nachgehört:

Data, mit Ihrer Erfahrung den Ebenezer Scrooge darzustellen wissen Sie dass Furcht ein sehr mächtiger Beweggrund sein kann. […] Und in den Händen einer Hochstaplerin kann Furcht dazu benutzt werden um Gehorsam, Kapitulation, die Ausbeutung von unschuldigen Menschen zu erzwingen. Und ich glaube das passiert hier.

Die Folge ist von ’91, und jeder mag für sich entscheiden ob und wie der Satz in die Heutige Zeit passt. TNG ist und bleibt für mich die beste Star Trek Serie.

EDIT: „Hochstaplerin“ hat Picard gesagt weil es in der Serie um eine Frau ging. Gestern habe ich nur den O-Ton gehört, und der hat mich beeindruckt obwohl der Satz da geschlechtsneutral ist.

Kaputtes THL5000 und Ersatzdisplay

Kaputtes THL5000 und Ersatzdisplay

Vor ein paar Tagen ist mir erstmalig ein Telefon so hart auf den Boden gefallen dass die Scheibe gebrochen ist. Oft lasse ich die Dinger eh nicht fallen, aber bislang hatte ich Glück. Diesmal nicht.

Getroffen hat es mein chinesisches THL5000. Gekauft habe ich das Ding vor etwa einem halben Jahr. Neu für 180 Euro, mit Lieferung aus Deutschland. Kurz zum Gerät: es ist — wie der Preis nahelegt — nicht das luxuriöseste Gerät am Markt. Es hat auch gravierende Schwächen. Für mich ist es zum Beispiel nervig dass das GPS nur für eine ganz grobe Abschätzung der Situation taugt. Autonavigation macht damit definitiv keinen Spaß, dazu benutze ich einen separaten GPS-Empfänger der per Bluetooth mit dem Handy spricht. Und dass es kein Android 5 gibt ist auch nicht schön.

Andererseits gibt es aber auch Lichtblicke: eine Reihe unterschiedlicher ROMs aus denen man aussuchen kann, eine anständige Ausstattung, zwei SIM- und ein SD-Slot, und vor allem: ein 5000MAh-Akku! Und auch nach einem halben Jahr zweifele ich nicht daran dass das Ding wirklich die volle Leistung bringt. Nach einem Tag normaler Benutzung habe ich den Akku oft noch bei 70%, das war ich von meinem Nexus 4 nicht mehr gewohnt… Oh, und die Abkürzung THL steht für Technology Happy Life, das darf man auch nicht außen vor lassen. :-)

Wie auch immer: es ist runtergefallen. Scheibe kaputt, Touch ging nicht mehr. Ein schneller Vergleich hat ergeben dass mich kein aktuelles Handy so sehr fasziniert dass ich vom THL wechseln wollen würde. Also musste ein Ersatzteil her. Dummerweise ist das nicht billig. Digitizer und LCD sind eine Einheit, dass das Ding Full HD anzeigt macht es nicht preiswerter. So ruft der Hersteller knapp 80 Euro auf, mit Schnellversand waren es dann etwa 95 Euro. Drei Tage musste ich warten, dann war die Post aus Hong Kong da. Ich hatte darum gebeten dass mir auch passende Kleber eingepackt werden, wie man auf dem Bild sieht waren die auch dabei. Sehr guter Service!

Erfolg -- und das Werkzeug

Erfolg — und das Werkzeug

Dank einer wirklich guten Anleitung auf chinamobiles.org war der Einbau kein Problem. Ich habe mir da vorher Sorgen gemacht, da ich sowas noch nie gemacht habe. Zu unrecht, wie sich rausgestellt hat. Nach knapp 90 Minuten Gefummel sah das Handy aus wie neu, und: es funktioniert sogar wieder. :-D

Außer dem Werkzeug das auf dem Foto zu sehen ist habe ich nur einen Föhn gebraucht, um den alten Kleber etwas zur Nachgiebigkeit zu überreden. Ich frage mich jetzt zwar ob der Wechsel bei diesem Modell einfacher ist als bei anderen, oder schwieriger. Aber auf jeden Fall werde ich in Zukunft weniger Angst davor haben so ein Ding selbst zu zerlegen. Gut so.

Heute hat mich nach einer Führung in einem Museum eine ältere Dame angesprochen:

„Darf ich Sie mal was persönliches fragen? Sind Sie beruflich im Bereich der IT tätig?“
„Äh… Ja?“
„Hab ich mir gedacht. Mein Sohn auch, und der sieht ganz ähnlich aus wie sie. Ich weiß nicht wie ich das beschreiben soll… Praktisch das Gegenteil von einem Banker.“

Ich habe das als Kompliment aufgefasst und mich artig bedankt. :-D