Nicht wählbar

Nicht wählbar

Der Wahl-o-Mat für die Bundestagswahl 2013 ist online. Ich habe mir vorhin mal meine Wahlentscheidung bestätigen lassen, danach ging es ans Spielen: ich habe mal alle Parteien mit meiner Meinung vergleichen lassen bei denen ich mir — aus verschiedenen Gründen — nicht vorstellen kann mein Kreuzchen bei denen zu machen. Die CDU/CSU ist in diesem Vergleich weil sie in meinem ernst gemeinten Vergleich den letzten Platz eingenommen hatte. Das Ergebnis überrascht mich dann doch… ernsthaft.

Nur um das nochmal klarzustellen: ich werde die aufgelisteten Parteien nicht wählen, und ich empfehle auch niemandem das zu tun! Meine Empfehlung gebe ich — samt Begründung — vielleicht nächste Tage nochmal ab…

Oh, zum Wahl-o-Maten: ich halte das für ein echt wertvolles Werkzeug, ich will den mit diesem Beitrag nicht schlecht machen. Das eigentliche Ergebnis passt sehr gut zu dem was ich wirklich wählen werde, und bevor man seine Stimme nach Sympathie vergibt — oder womöglich gar nicht — kann man sich hier einfach schlau machen. Schlau genug zumindest.

Ich tippe da übrigens in der Regel nicht auf ’neutral‘. Wenn ich zu irgendwas keine fundierte Meinung zu haben glaube überspringe ich die These. Mit den meisten Themen habe ich mich noch nie ernsthaft beschäftigt, daher habe ich in locker zwei Drittel der Punkte keine Antwort abgegeben.

Ich habe das letztens irgendwo gehört, und ich sehe das exakt genau so: ein großes Problem in Diskussionen über den Überwachungsstaat, Prism, Tempora & Co. ist, dass der Satz ‚Wer nichts zu verbergen hat hat auch nichts zu befürchten‘ so einprägsam ist. Den versteht jeder, den muss man nicht erklären.

Zu erklären warum das Quatsch ist, dass ein Mensch der weiß dass er beobachtet wird sich anders verhält als sonst, dass er sich somit nicht mehr frei verhalten kann… dauert länger. Da kommt man unter fünf Sätzen nicht weg.

Wer diese Diskussion noch nicht geführt hat, wer sich darüber noch keine Gedanken gemacht hat, oder wer meint tatsächlich nichts zu verbergen zu haben möge sich bitte mal Überwachungsstaat – Was ist das? ansehen. Das ist nicht nur wirklich schön umgesetzt, das erklärt die Gründe sehr schlüssig die gegen eine Totalüberwachung sprechen.

Könnten das jetzt bitte alle Fernsehsender mal kurz zwischen Sport und Wetter in den acht-Uhr-Nachrichten bringen? Danke!

Wer auf die Schnelle Vergleiche zwischen Telefonen, Fernsehern oder ähnlichem vornehmen will muss normalerweise Datenblätter nebeneinander halten und abwägen. Mit versus.com spart man sich sowohl die Suche nach den Daten, als auch das Geschiebe um die zueinander passenden Punkte zu finden. So lässt sich zum Beispiel sehr einfach rausfinden dass mein immer noch aktuelles Handy seinen designierten Nachfolger in immer noch neun Punkten aussticht.

Kann mir bitte mal jemand erklären wie das ins Strafgesetzbuch kommen konnte?!?

§ 129 Bildung krimineller Vereinigungen

(1) Wer eine Vereinigung gründet, deren Zwecke oder deren Tätigkeit darauf gerichtet sind, Straftaten zu begehen, oder wer sich an einer solchen Vereinigung als Mitglied beteiligt, für sie um Mitglieder oder Unterstützer wirbt oder sie unterstützt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Absatz 1 ist nicht anzuwenden,
1. wenn die Vereinigung eine politische Partei ist, die das Bundesverfassungsgericht nicht für verfassungswidrig erklärt hat,

2. wenn die Begehung von Straftaten nur ein Zweck oder eine Tätigkeit von untergeordneter Bedeutung ist oder
3. soweit die Zwecke oder die Tätigkeit der Vereinigung Straftaten nach den §§ 84 bis 87 betreffen.

Ich meine: das erklärt vielleicht einiges… aber wie kriegt man das wieder da raus?

tmux in der Praxis

tmux in der Praxis

Wenn ich am Rechner sitze habe ich üblicherweise nur zwei Fenster auf: ein Terminal und einen Firefox. Letzteren zum Browsen, in der Shell mache ich (fast) alles andere. Also mailen, chatten, programmieren, konfigurieren und was sonst noch so anfällt.

Was im Web-Browser die Tabs sind ist in der Shell der Terminal Multiplexer. Ich brauche nicht mehrere Fenster zu öffnen, ich kann einfach mehrere Anwendungen in einem Fenster ‚fahren‘. Beim Betrieb auf einem Server kommt noch der Komfort dazu, dass ich mich am Multiplexer an- und abmelden kann wie ich will, die Anwendungen laufen einfach weiter. So habe ich meinen Mail- und Chat-Client auf einem Server laufen, dann muss ich mich nicht immer an IRC & Co. anmelden wenn ich online gehe, und ich habe immer die Backlogs die ich bei Interesse überfliegen kann.

Jahrelang war ich mit GNU Screen sehr zufrieden. Ich hatte mir da eine nette Statuszeile gebastelt die mir sagt welche ‚Fenster‘ ich habe, zusätzlich wurden mit einem kleinen Perlskript ein paar Infos eingeblendet: IP-Adresse, System Load, Akkustatus und dergleichen.

Auf meinem neuen Firmennotebook habe ich Byobu gefunden. Das ist eine Art vorkonfiguriertes Screen (dachte ich zumindest) das ab Werk ganz ähnlich aussieht wie meine angepasste Variante. Über Tastendruck kann man da eine Menge konfigurieren, alles in allem eine nette Sache. Irgendwann wollte ich die Infos in der Statuszeile aber anpassen. Genau genommen wollte ich einen Eintrag haben der mir den aktuellen Status aus meinem Zabbix anzeigt. Also habe ich mir angesehen wie Byobu aufgebaut ist.

Zu meiner Überraschung lag da gar kein Screen drunter. Kann man auch machen, per Default nutzt Ubuntu aber tmux. Darüber hatte ich schon viel gutes gelesen, konnte mich aber doch irgendwie nicht von meinem gewohnten Screen trennen. Da ich aber unwissend mehrere Monate mit tmux zufrieden war habe ich das dann doch noch mal überdacht, und was soll ich sagen? Ich bin begeistert!

Ich habe mir wieder ein Skript gebastelt das für die Statusleiste interessante Daten zusammenklaubt, diesmal in Python. Und ich habe mir angeeignet wie man mit aufgeteilten Fenstern arbeitet. Das geht zwar auch im Screen, aber im tmux macht es dagegen wirklich Spaß, und das ist einer der größten Vorteile.

Wenn ich was für den Mikrocontroller entwickle habe ich oben einen großen Vim mit dem Code, unten links kann ich in einer kleinen Shell Kommandos absetzen — compilieren und flashen beispielsweise, und unten rechts sehe ich Debug-Ausgaben vom Controller.

Oder ich habe auf einem anderen Schirm groß meinen Mailclient. Unten sind drei Zeilen meines Chatclients zu sehen, wenn da eine interessante Aktivität angezeigt wird kann ich auf Tastendruck wechseln. Der Chat wird dann oben groß, und der Mailclient ist unten in den drei Zeilen zu sehen.

Ich bin sehr zufrieden damit, und ich ärgere mich dass ich nicht schon wesentlich eher umgestiegen bin…