Totgesagte… Server?

Das Install-Log ist fast 24 Jahre alt.

Vor gut 13 Jahren habe ich einen Abgesang auf meinen ersten Debian-Server geschrieben. In dem Text steht auch dass der eine aufregende Laufbahn hatte, und dass er — ohne Neuinstallation — wirklich viele unterschiedliche Rollen eingenommen hat.

Damals habe ich auf Proxmox VE umgestellt und den alten Server virtualisiert. Der Plan war eigentlich, nach und nach alle restlichen Dienste die er angeboten hat auf andere Systeme auszulagern, und den dann irgendann wirklich zur Ruhe zu betten.

Irgendwie ist es aber dann dabei geblieben. Proxmox hatte ich einige Jahre im Einsatz. Die Fileserver-Tätigkeit meines alten Debian-Systems hat irgendwann ein FreeNAS übernommen, die Firewall ist an eine OPNsense übertragen worden. Als Webserver tat die alte VM aber noch gute Dienste, insbesondere für Anwendungen die ihrerseits lange nicht mehr gepflegt wurden.

Im März 2023 — also zehn Jahre nach der Ankündigung — ging es ihm dann tatsächlich an den Kragen. Meinen Server habe ich auf Basis von TrueNAS komplett neu aufgesetzt, in dem Zuge einige Anwendungen deutlich entschlackt. Die VM habe ich nicht migriert, der Server war Geschichte.

Naja, fast: kürzlich ist mir aufgefallen dass mir eine Funktion tatsächlich fehlte.

Eine der komplett ungepflegten Anwendungen war eine OpenDB, die hatte ich 2010 installiert nachdem ich mir auf dem Sekundärmarkt ziemlich viele DVDs gekauft habe. Die wichtigen Filme habe ich mir auf Platte gezogen, aber in diversen Kisten schlummert hier eine vierstellige Anzahl von originalen (!) DVDs und Blu-Rays. Durch die verschiedenen Streaming-Dienste kommen hier nicht mehr viele neue Filme dazu, aber ab und an überlege ich doch ob ich einen bestimmten Film habe oder doch noch kaufen müsste.

Das ist mir heute so sehr auf den Geist gegangen dass ich an alte Backups rangegangen bin. Im täglichen Einsatz habe ich kein Proxmox mehr, wohl aber für Testzwecke in meiner Cloud an der Schranktür. Die habe ich heute mal angekurbelt, und wider Erwarten konnte ich nicht nur das alte Debian-System wieder herstellen, sondern direkt auch auf die Webanwendung zugreifen. Mit meinem angestaubten PHP-Knowhow und etwas Shell-Kleber konnte ich die relevanten Daten aus der Applikation rausoperieren.

Damit kann ich die VM wieder einstampfen. Die Debian-Installation hat mir dann jetzt fast ein Vierteljahrhundert treue Dienste geleistet. Naja, mit drei Jahren Pause. Und selbst wenn man die Wiederbelebung heute ausser Acht lässt waren es mehr als zwei Jahrzehnte. Beachtlich, wie ich finde. Insbesondere in Anbetracht der lebhaften Vergangenheit, und der Tatsache dass es zwar nicht mein erster Linux-Server war, wohl aber mein erstes Debian-System.

Eine Zeile pro Film.

Oh, meine Filme habe ich übrigens erstmal als CSV rausgeschrieben. Mit etwas Shell habe ich daraus dann Markdown-Dateien generiert. Mit mehr als 1.000 Datensätzen konnte ich dann das Bases-Feature von Obsidian ausprobieren. Das ist für den Zweck keine schlechte Lösung. Alle wichtigen Infos sind jetzt in einem Format das einfach zu handhaben ist, und mit der Handy-App habe ich sogar auf dem Flohmarkt einen Überblick darüber welche DVDs ich doch nicht mehr kaufen sollte. :-)

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