Eigentlich lasse ich mich nicht gerne vor den Werbekarren spannen, aber hier geht es nicht nur um Kaffee sondern auch noch um Daten, Zahlen und Statistiken: der Hersteller Tchibo hat Magazine in Auftrag gegeben in denen jede Menge Fakten zum Grundnahrungsmittel Nummer eins gesammelt werden.

Das beste daran: den sogenannten Kaffeereport kann man sich bei brandeins Wissen und direkt bei Tchibo kostenlos als PDF ziehen. Das ist wirklich gut aufbereitet, und — Werbung hin oder her — die Informationen zu lesen macht Spass. Und direkt Durst auf eine gute Tasse… :-D

SD-AdapterSMD-Teile löten.

OK, zugegeben: was SMD-Teile angeht ist dies noch ein einfach zu verlötendes. Die Kontakte sind schön weit auseinander, und es sind auch nicht zu viele (nämlich 16). Aber auf der anderen Seite steht auch eine nicht zu verachtende Dosis Kaffee, und die sorgt nicht unbedingt für eine ruhigere Lötkolben-Führung… ;-)

Wie auch immer: es sieht fertig aus, ein erstes Durchpiepsen hat auch die Hoffnung geweckt dass es funktionieren könnte. Das wird sich dann Morgen beim Basteln zeigen.

Es handelt sich bei dem Ding übrigens um einen SD-Karten-Slot. Ich habe den auf eine Platine gebastelt, damit ich den im Steckbrett ausprobieren kann. Angeblich kann man mit vertretbarem Aufwand einen Mikrocontroller dazu bringen von so einer Karte zu lesen. Das will ausprobiert werden, wenn es nicht klappen sollte muss ich mein laufendes Projekt umdenken…

Diesen Artikel habe ich erst 2015 aus dem alten CMS übernommen, der war 2012 noch nicht im Blog.

Ich weiß ehrlich gesagt nicht woher mein Faible für Taschenrechner kommt. Ich bin kein Mathematiker, und ehrlich gesagt kann ich mir auch nur den Bruchteil der Funktionen eines ‚großen‘ Taschenrechners schlüssig erklären. Aber die Dinger verarbeiten Einsen und Nullen, also muss auch da mal programmiert werden. :-)

Auf Rechner des Herstellers Hewlett Packard bin ich seinerzeit durch einen Emulator auf meinem Nokia N800 aufmerksam geworden. Der heißt Free42, und den gibt es für jedes halbwegs gängige Betriebssystem. Ungewohnt war erstmal die umgekehrte polnische Notation (RPN), das war ein Konzept das ich verstehen wollte. Der Gedanke mir so einen Rechner als Original zuzulegen ist in dem Moment gestorben als ich gesehen habe dass das emulierte Modell — ein HP-42S — immer noch für weit über 150 Euro den Besitzer wechselt. Gebraucht, wohlgemerkt. Der wird seit 1990 nicht mehr hergestellt. Das macht neugierig…

Nun denn, zum Spielen reicht sicher auch die Emulation. Und da ich — außer einem Basic-programmierbaren Sharp PC-1402 Anfang der 90er — nie einen programmierbaren Taschenrechner hatte musste auch das mal ausprobiert werden.

HP-42S

Free42 auf Linux

Free42 auf Linux

Zufällig hatte ich auch gleich ein passendes Problem für die Lösung: zur Zeit arbeite ich in einem Unternehmen in dem Kaffee mit der Geldkarte bezahlt wird. Also mit dem Chip auf der Bankkarte, den man vorher mit Geld aufladen muss. Aufladen kann man nur um ganze Euro-Beträge. Ein Kaffee kostet aber 26 Cent, und ich würde die Karte gerne sauber ‚leer trinken‘. Also muss ich zu meinem Restbetrag den passenden ganzzahligen Euro-Betrag finden damit eine Summe zustande kommt die sich durch 26 Cent teilen lässt. Ein Mathematiker kann das sicher in eine Formel gießen. Wie gesagt: ich bin keiner.

Auf dem Gerät arbeitet man in der Programmiersprache FOCAL, also giesse ich das Problem in ein Programm:

Dieses Programm ist alles andere als perfekt, reichte aber um mir zu zeigen wie man auf so einer merkwürdigen Hardware programmiert. Zur Funktionsweise: zunächst wird die Zahl 0 in Speicher 01 gespeichert. ‚LBL B‘ ist eine Sprungmarke. Dann wird der Wert aus Speicher 01 geholt, um 100 inkrementiert und wieder zurückgeschrieben. Der Wert steht jetzt noch bereit. Mit ‚2 +‘ wird 2 addiert (wir erinnern uns: umgekehrte polnische Notation. Zur Zahl 2 später mehr.), mit ’26 /‘ wird durch 26 Cent geteilt. Vom Ergebnis wird Modulo 1 gezogen. Ist das Ergebnis ungleich 0 wird zu Label B gesprungen, ansonsten wird der aktuelle Wert aus Speicher 01 geholt und durch 100 geteilt. Übrig bleibt der zu ladende Betrag in Euro.

Sicher kann man hier vieles verbessern. Die Zahl 2 ist der Restbetrag in Cent den ich noch auf der Karte habe, so eine ‚Magic Number‘ im Programm ist nicht schön. Außerdem kann es passieren — wenn ich beispielsweise doch mal 25 Cent am Parkautomaten investiert habe — dass mein Restbetrag eine ungerade Zahl ist. Da kann ich Euros addieren bis ich schwarz werde: es wird keine Summe rauskommen die glatt durch 26 Cent teilbar ist.

Aber immerhin: ich kann behaupten, schon einen Taschenrechner programmiert zu haben. :-)

HP-48G

Mein HP-48G

Mein HP-48G

Das hat eine Weile vorgehalten. Irgendwann hat mich das Fieber aber wieder gepackt, ich glaube weil ich für mein Android-Handy andere Emulatoren gefunden habe. Mit Droid48 oder go48g kann man einen HP-48G emulieren. Unter Linux nimmt man x48 um zu spielen.

Der 48G hat gegenüber dem 42S eine Reihe von Vorteilen, einer der gewichtigsten dürfte der weitaus geringere Anschaffungswiderstand der Hardware sein. Das Ding wurde zwischen 1990 und 2003 produziert, 2012 habe ich 30 Euro für einen gebrauchten bezahlt.

Also das gleiche Problem nochmal:

Na das sieht doch schon deutlich weniger nach Assembler aus. Die Sprache nennt sich Reverse Polish LISP (RPL) und wirkt auf den ersten Blick wesentlich erwachsener. Auf den zweiten Blick fallen Zeilen auf in denen sehr merkwürdige Folgen von Variablen, Konstanten und Operatoren stehen. Aber auch eine Abbruchbedingung wie

lässt sich erklären. Wenn man die umgekehrte polnische Notation im Hinterkopf hat und lange genug drüber nachdenkt kommt man in etwa bei sowas raus (mit reichlich Klammern, um wirklich eindeutig zu sein:

Wenn also in der Schleife der zu ladende Betrag grösser als 100 Tassen wird, oder die Summe aus Rest- und Ladebetrag ohne Rest durch 100 teilbar ist wird abgebrochen.

Zugegeben: ich hätte vielleicht auch übersichtlicher programmieren können. Aber etwas Spaß muss ja auch dabei sein, oder? :-)

Und weiter?

Mein TI-Nspire

Mein TI-Nspire

Ich habe hier noch einen Rechner, günstig geschossen während ich auf der Suche nach dem HP-48G war. Das ist ein TI-Nspire von Texas Instruments. Der arbeitet zwar per Default nicht mit umgekehrter polnischer Notation, zeichnet sich aber durch andere Eigenschaften aus.

Als erstes fällt wenn man das Ding in die Hand nimmt das Display auf. Riesengroß, und mit einer Auflösung von 320×240 Punkten. Das schreit geradezu danach, darauf Grafiken zu plotten. Diese Auflösung macht auch eine richtige grafische Benutzeroberfläche möglich. Die ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig, funktioniert aber nach einiger Zeit wirklich gut. Darin enthalten sind dann sogar komplexere Anwendungen, wie zum Beispiel eine Tabellenkalkulation.

Auf dem Foto ist auch zu sehen dass dieses Modell über zwei Tastaturen verfügt. Wenn man gerade mal einen ‚einfachen‘ wissenschaftlichen Taschenrechner vorzieht steckt man einfach die zweite Tastatur in das Gerät. Deren Layout ist dem TI-84 plus nachempfunden, und sobald man einschaltet wird eben dieser emuliert. Vollständig. Einschliesslich der vergleichsweise dürftigen Displayauflösung. :-)

Programmiert habe ich diesen Taschenrechner noch nicht. Dabei verspricht das, spannend zu werden: als TI-84 plus unterstützt das Ding TI-Basic, als TI-Nspire sogar die ausgewachsene Skriptsprache Lua — die der eine oder andere vielleicht sogar vom großen Computer her kennt…

Siehe auch…

Wenn ich Kaffee trinke klingt Vogelgezwitscher für mich wie Walgesänge.
Wenn ich Kaffee trinke tanze ich halbnackt im Handstand Samba zu dem Rhythmus eines Ford V8 Motors bei 8000 Umdrehungen in der Minute während eine Handvoll gaskranker Mafiosi mich mit Maschinengewehren beschießt. Und langweile mich dabei!
Wenn ich Kaffee trinke male ich Daumenkinos in Echtzeit.
Wenn ich Kaffee trinke neige ich nicht zu Übertreibungen — Übertreibungen neigen sich zu mir!

Gerade habe ich durch Zufall in der WDR-Sendung Funkhaus einen Auftritt von Sebastian 23 (dessen Seite momentan Urlaub zu haben scheint) gesehen. Grandios! Vielleicht muss ich bei Gelegenheit mal in die CD Gefühlsmopped investieren, oder in die SMAAT-CD. Darauf ist dann auch Lars Ruppel, der beim Poetry Slam ein Stück mit dem Namen ‚Bread Pitt‘ vorgetragen hat.
Bis dahin muss Youtube reichen: da gibt es sowohl das Kaffee-Stück als auch das Brot-Stück (das ich übrigens durch hosh kenne).

Es ist unglaublich, was sogar eine eigentlich renommierte Nachrichtenredaktion wie die von Spiegel Online absondern kann. Im Moment Läuft da eine Serie (Teil 1, Teil 2) mit dem Titel ‚Linux-Betriebssystem‘. Nachdem ich schon von Kollegen davon gehört habe hatte ich keine großen Erwartungen, aber was dann tatsächlich zu Tage gefördert wird ist erschreckender abschreckender Schwachsinn:

Die vielgerühmte Sicherheit und Stabilität von Linux, scheinbar unabhängig vom Vorwissen und Engagement des Anwenders, hängen in Wahrheit gerade davon ab. Wer beim „Blick hinter die Kulissen“ mit kryptischen Zeichen operiert, die er nicht versteht, gefährdet sein System viel nachhaltiger, als es der dümmste Windows-User je könnte.

Ich würde einem Einsteiger auch nicht gerade Slackware oder LFS empfehlen. Selbst mit Gentoo oder Debian wäre ich vorsichtig. Aber wer einen Rechner installiert sollte meiner Meinung nach in der Lage sein, Benutzerkonten oder einen Firewall zu konfigurieren. Wer das nicht kann muß halt auf Bekannte oder Dienstleister zurückgreifen. Das gilt aber sowohl für Linux als auch für alle anderen Systeme, Windows eingeschlossen. Und wenn das unter Windows wirklich so einfach wäre: Würde es dann dermaßen viele Dialer oder Spam-Zombies geben?

Linux hat das kybernetische Kontrolldenken in seiner Programmstruktur konserviert. Wer damit arbeiten will, hat nicht nur die Möglichkeit, sondern letztlich auch die Aufgabe, alles an seinem System zu kontrollieren. Er ist nicht nur Anwender, sondern gleichzeitig auch immer der Administrator seines eigenen Systems.

Und genau das ist der Punkt: Ich kenne Leute, denen ich es tatsächlich zutrauen würde ein Windows-System unter Kontrolle zu kriegen. Will sagen: es sauber zu administrieren. Viele sind es aber nicht. Die meisten benutzen es einfach, und da es so schön einfach gemacht wird machen sie sich wenige oder gar keine Gedanken über ‚administrative Themen‘ wie Sicherheit oder Datenschutz. Was aber leider nicht bedeutet, daß ihnen der Gedanke abgenommen wurde. Siehe oben.

Doch nur weil Linux in einer Open-Source-Community entstanden ist, werden diejenigen, die damit arbeiten, nicht automatisch freier und unabhängiger im Umgang mit Computertechnologie. Eigentlich ist genau das Gegenteil der Fall: Wer den größten Teil seiner Arbeitszeit damit verbringt, Fehlerprotokolle auszuwerten, Programmbibliotheken zu pflegen, Befehlszeilen auszuprobieren und nach Software-Updates zu suchen, hat sich zum Sklaven seiner eigenen Kontrollsucht gemacht.

Ich frage mich ernsthaft, ob der Autor dieser Zeilen das ernst meint. Ich persönlich fühle mich frei in der Wahl meiner Programme und unabhängig von monopolistischen Herstellern. Ich erwarte nicht regelmäßig den ‚Patch-Day‘ und hoffe daß Löcher bis dahin nicht ausgenutzt werden. Protokolle sind eine feine Sache, wenn tatsächlich mal was schief läuft. In manchen Systemen sind sie leider etwas aus der Mode gekommen. Mit DLLs habe ich seit einigen Jahren keine Probleme mehr und an der Befehlszeile fühle ich mich wirklich heimisch. Verwandte und Bekannte denen ich die Rechner eingerichtet habe fühlen sich da nicht so wohl, die nutzen halt KDE oder Konsorten.

Morgen früh in der Netzwelt bei SPIEGEL ONLINE: „Linux: Die Not mit dem Retter“.
Wie frischgebackene Linux-Experten Stück für Stück den Rückzug antreten – und doch wieder beim „Monopolisten“ landen.

Ich freue mich nicht drauf (bin aber vermutlich wieder mal zu neugierig um das links liegen zu lassen… naja, so muß ich das Magengeschwür wenigstens nicht meinem Kaffee-Konsum in die Schuhe schieben…).