Cover-Versionen in der Musik sind eine zweischneidige Sache. Viel zu oft ziehen sich Musiker an der Arbeit erfolgreicher Kollegen hoch. Spielen ein bekanntes Lied ein das mehr oder weniger automatisch zum Ohrwurm wird weil jeder — bewusst oder unbewusst — das Original kennt.

Ich erinnere mich dass ich 2002 vor dem Regal mit den Charts-Singles stand und ich — trotz eines ziemlich ausgeprägten Desinteresses für Charts — mehr als die Hälfte der Top10 kannte. Aus den 70ern oder 80ern, von den originalen Interpreten. Auf Platz 1 war zu der Zeit Scooter mit einer echt billigen Variante von Nessaja (Peter Maffay, Tabaluga). :-(

Ungefähr zur gleichen Zeit hatte irgendein Pop-Sternchen bemerkenswerten Erfolg mit einem Stück namens „How It’s Got To Be“. Das hat mich ziemlich genervt weil ich ums Verrecken nicht drauf gekommen bin von wem die geklaut hatte. Es hat wirklich Stunden gedauert bis ich drauf gekommen bin: der gute Teil kommt aus Schwanensee von Tschaikowski — ebenfalls 70er, aber ein anderes Jahrhundert. :-)

Aber ich schweife ab. weiterlesen

Ich zitiere mich mal eben selbst:

Wie können die als Technik-Anbieter es auch nur wagen, sich am Inhalt der Stücke zu vergreifen? Und wie können die Rechteinhaber das zulassen?!?

Das habe ich vor mehr als sieben Jahren geschrieben, und es gilt immer noch. Gerade lese ich einen Artikel in der Zeit, und mir kocht schon wieder die Galle über. Offenbar erdreistet sich Apple, die Inhalte von gekauften Musikstücken zu zensieren:

Doch irgendwie war »Make Some Noise« von den Beastie Boys, einer New Yorker Hip-Hop-Band, nicht mehr das, was es einmal war. Er hörte genauer hin – und stellte fest: Der Text war gesäubert worden. »We gonna party for the motherfucking right to fight«, heißt es bei den Beastie Boys, aber nun fehlte plötzlich das Wort motherfucking, es war durch ein lautes Kratzgeräusch unhörbar gemacht worden. Ebenso, in einer anderen Zeile, der Vulgärausdruck bitching.

Wohlgemerkt: es ist nicht so wie die übliche Zensur durch den Laden. Apps für die iGeräte durchlaufen auch eine Zensur, und wenn da beispielsweise in einer Sportzeitschrift oder einem Gemälde zu viel Haut zu sehen ist nehmen die den Kram einfach aus dem Store. Hier werden aber wirklich die Inhalte der Stücke verändert!

Ich finde das wirklich unglaublich. Zumal irgendeine komische ‚Dienstleistung‘ bei denen offenbar auch ungefragt Musikstücke überschreibt die man aus anderer Quelle hat.

Technik mögen die drauf haben. Meinetwegen auch User-Interfaces und Design. Aber aus politischen Gründen würden mich keine zehn Pferde dazu bewegen, deren Produkte privat zu kaufen. :evil:

Ich glaube dass uns Amanda Palmer die eine Zukunft der kommerziellen Musik gezeigt hat.
Ich kenne die Dame als Sängerin der Dresden Dolls, habe sie in dem Zusammenhang schon einige Male live sehen können. Sie ist wohl ziemlich genau das was ich als ‚Künstlerin‘ bezeichnen würde. Bei DD hat sie getextet, gesungen und das Klavier betastet. Aber auch darüber hinaus ist sie unfassbar kreativ, ich glaube auf so ziemlich allen Gebieten auf denen man kreativ sein kann.
Nichtsdestotrotz dürfte sie eher einem Nischenpublikum bekannt sein. Die Masse wird sie nicht kennen.
Vor ein paar Wochen hat sie ein Projekt bei Kickstarter eingestellt. Es sollten $100.000 zusammen kommen, damit ihre aktuelle Band eine Platte mischen und produzieren lassen kann. Der Zähler ist bei beeindruckenden $1.192.793 stehen geblieben!
Wie gesagt: Amanda Palmer und ihre Projekte sind wohl kaum Mainstream. Man kann nur spekulieren wie viel Kohle anfallen würde wenn ‚große Bands‘ ihre Platten auf die Weise finanzieren würden. Unter dem Gesichtspunkt erscheint eine zeitgemäße Anpassung des Urheberrechts deutlich weniger schmerzhaft als es viele ‚Urheber‘ darstellen, oder?

Letzten Sonntag ist Dio gestorben, wie ich gerade las. Wohl einer der besten Metal-Sänger überhaupt, neben eigenen Projekten hat er für Deep Purple und Black Sabbath gesungen.

Schade um ihn. Ich persönlich bin ihm ganz besonders dankbar für das Stück ‚Rainbow Eyes‘, das er mit der Band Rainbow gesungen hat. Das ist bestimmt nicht das erste Lied das man einem Alien vorspielen würde der auf die Erde kommt und wissen will was Heavy Metal ist, aber unter den Liedern mit denen ich starke Erinnerungen verbinde ist das sicher in den Top fünf…