Gerade habe ich in die Präsentation reingesehen mit der Steve Jobs im Oktober 1988 sein damaliges Baby, den NeXT, vorgestellt hat. Bei Minute 07:11 sagt er folgendes:

I think the PC was everything it was ever going to be in 1986.

Fast genau so schön wie die 640kB, die Bill Gates zugeschrieben werden. :-D

Auch wenn ich den NeXT faszinierend finde, das Video habe ich dann doch nicht mehr ganz gesehen. Ohne die Slides macht das wenig Spass.

Disclaimer: Ich habe nicht viel Erfahrung am Mac. Wenn ich Quatsch schreibe, bitte berichtigt mich.

Einstellungen für US-PC-Tastatur

Einstellungen für US-PC-Tastatur

Ich versuche jetzt schon seit einer ganzen Weile, mich mit den Eigenarten eines Macbooks zu arrangieren. Einer der größten Störfaktoren dabei war die Tastatur. Nicht nur weil ich sonst an US-Layout gewöhnt bin. Die alten Apple-Tastaturen (nicht die ganz alten, aber wenn ich mein Extended II anschließe muss ich befürchten daß die Putzfrau das entsorgt :-) ) haben ein brauchbares Layout aber nicht die beste Bedienung, bei den neueren hat sich ein Designer offenbar viel Mühe gegeben um die Nachteile von Laptop und Desktop zu kombinieren. Die Reaktion der Tasten ist durchaus OK, aber Form und Layout haben nicht ansatzweise was mit Ergonomie zu tun.

Nun denn: ich habe jetzt eine ordentliche Tastatur angeschlossen. Ohne Ziffernblock, dafür aber mit ordentlicher Mechanik und US-Layout.

Ab Werk kann OS X leidlich damit umgehen. Dass die Alt- und die Kommando-Taste (auch Apfel-, Windows- oder Propeller-Taste) nicht dem Mac entsprechen stört mich nicht. Wohl aber dass ich keine Power-Taste habe. Die braucht man um den Bildschirm zu sperren. Und ich würde manchmal auch gerne weiterhin Umlaute schreiben können. Unter Linux habe ich dafür die Compose-Taste, das ist perfekt. Kann der Mac das auch?

Naja, Lösung für mein Problem — und der Grund für diesen Beitrag — ist vorerst das Tool Karabiner. Das scheint sehr mächtig zu sein, aber ich finde es auch sehr unübersichtlich. Da ich jetzt schon zwei Mal rausgesucht habe wie ich meine Forderungen damit umsetzen kann habe ich die richtigen Einstellungen mal hier als Screenshot hinterlegt. Jetzt ist die Pause-Taste (rechts neben Scroll-Lock) meine Power-Taste, und in Verbindung mit Alt kann ich bei Bedarf Umlaute schreiben.

Erwähnt hatte ich dieses Projekt schon mal, es stammt vom November 2012. Aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen habe ich es aber nie vorgestellt. Das reiche ich hiermit nach.

Dass ich ein ausgeprägtes Interesse an Tastaturen habe muss ich hier wohl nicht nochmal betonen. :-)

So finden sich in meiner Sammlung auch zwei ältere Apple-Tastaturen. Zum einen ist da ein — tatsächlich ganz ordentliches — Apple Extended Keyboard II. Gebaut wurden die von 1990 bis 1994, und Enthusiasten zufolge ist das die beste Tastatur die Apple je verkauft hat, sicherlich nicht zuletzt weil da anständige Alps-Schalter drin sind.

Noch origineller — und in meinen Augen ein typisches Apple-Produkt — ist das Apple Adjustable Keyboard von 1993. Typisch Apple? Wie gesagt, in meinen Augen: sie war teuer, und vor allem ist das Aussehen wichtiger als die Benutzbarkeit. Pfeiltasten gibt es zur Not noch ohne die kleine Erweiterung, aber ich persönlich würde weder auf Funktionstasten noch auf Navigationstasten (Anfang, Ende, Seite hoch, Seite runter) verzichten wollen. Und hat man die Erweiterung angeschlossen muss man schon einen ziemlich langen Arm machen um zur Maus zu greifen… :-/

Wie auch immer: ausprobieren wollte ich beide, und da ich selbst bei der Arbeit keinen Zugriff auf einen Rechner habe an dem die funktionieren würden — Apple hat den Apple Desktop Bus 1999 sterben lassen — musste ein Konverter her. Sowas kann man kaufen. Muss man aber nicht.

Dank eines japanischen Entwicklers der auf geekhack.org als hasu bekannt ist, auf Github als tmk. Der hat die TMK Keyboard Firmware Collection veröffentlicht. Das ist eine Firmware die auf verschiedenen AVR-basierten Plattformen lauffähig ist, in erster Linie ist das wohl der Teensy 2.0. Die Firmware kann verschiedene Tastatur-Protokolle sprechen. In die eine Richtung natürlich USB, für den Anschluss an einen modernen Rechner. In die andere Richtung unter anderem PS/2, Sun, oder eben Apple Desktop Bus. Dabei bietet die Firmware eine Reihe von Features mit denen man auch alten Tastaturen programmierbare Makros, Media-Tasten oder Maussteuerung beibringen kann.

Leider hatte ich keinen Teensy zur Hand. Wohl aber die Teile um was kompatibles zu bauen, sowie die Ausstattung um eine passende Platine zu ätzen. Also erstmal KiCad angeworfen und ein minimales Schaltbild, sowie ein Platinenlayout gezaubert:

(Die Dateien die dabei entstanden sind bräuchten etwas Pflege, daher veröffentliche ich die hier nicht. Aber mit den beiden Bildern dürfte es nicht schwer sein das bei Bedarf nachzuvollziehen.)

ADB USB Konverter

ADB USB Konverter

Das Resultat ist mit etwa 2x5cm wirklich winzig geworden, aber: es funktioniert!

Mit einem gekauften Konverter hätte man vielleicht auch die Maus benutzen können, aber mal ehrlich: da zieht wohl auch ein hartgesottener Fanboy was modernes ohne Kugel vor. Obwohl: ich hatte vor einer Weile die Gelegenheit mal etwas mit System 7.5 (dem zeitgenössischen Betriebssystem für die beiden Tastaturen) rumzuspielen, und da hat das Adjustable Keyboard deutlich zur Authentizität beigetragen… :-D

Liebevoll gemachter Schwachsinn: auf der Restart Page kann man allen möglichen Benutzeroberflächen beim Neustart zusehen. Neben den Windows-Varianten und verschiedenen Apple-Systemen findet man da auch Exoten wie OS/2 und NeXT. Ich weiß was ich die nächsten paar Stunden mache… :-D

Apple Wireless Keyboard

Apple Wireless Keyboard

Heute habe ich eine Funktastatur — ein Apple Wireless Keyboard A1255 — vor der Tonne gerettet. Das Problem war, dass es sich nach einem Batteriewechsel nicht mehr einschalten ließ.
Den Fehler würde ich als Sollbruchstelle bezeichnen: in die Tastatur kommen drei Mignon-Zellen. Wie üblich ist im Batteriefach eine Feder. Eher unüblich für so ein Batteriefach ist, dass die Feder nicht am Deckel befestigt ist, sondern tief unten im Fach. Die drückt auch nicht gegen die flache Seite der Batterie, sondern gegen den „Nippel“ am Pluspol. Da das Gehäuse metallisch ist und quasi den Minuspol darstellt muss die Feder gegen Kontakt mit dem Gehäuse geschützt werden. Das Problem wurde in Cupertino mit einer kleinen Plastikhaube gelöst die auf den Kontakt an der Feder geklebt wurde. In der Mitte hat das Ding ein Loch, damit der „Nippel“ der Batterie an den Kontakt kommt.
Jetzt ist es offenbar so dass der Kleber nicht ewig hält. Die Kappe hat sich gelöst, und beim Batteriewechsel praktisch verkehrtherum wieder angeklebt. So schützt das Ding den Pluspol der Batterie effektiv vor Kontakt mit der Feder.
Da das Teil tief in dem Batteriefach steckt ist es praktisch nicht möglich das wieder da abzufummeln, man muss die Tastatur wirklich weitestgehend zerlegen. Apple hat offenbar kein Interesse an einer Reparatur, ohne den Teardown bei iFixit (das sind die mit dem Manifest der eigenständigen Reparatur) hätte ich das vermutlich nicht zerstörungsfrei hingekriegt. Mit den Bildern hat es aber geklappt, und eine Mate-Flasche später war das Hackbrett wieder funktionstüchtig. :-)
Ich nehme nicht an dass man dies in Cupertino liest, aber der Kunde hätte durchaus länger Spaß an seinem teuer erworbenen Designerstück — immerhin kostet so eine Tastatur um die 70 Euro — haben können:

  • Wäre die Kappe gerastet und nicht geklebt wäre sie nicht abgefallen.
  • Wäre die Kappe einfach ein paar Millimeter länger würde sie sich nicht im Fach drehen und falschrum auf dem Kontakt landen.
  • Würde man die Batterien andersherum einlegen (Minuspol voraus ins Fach) könnte man eine Feder einbauen die von vornherein nicht die Seitenwände berühren würde. Das würde auch das Plastikteil und die Metallkappe auf der Feder komplett überflüssig machen, da können sicher ein oder zwei Cent gespart werden.
  • Wäre die Feder — wie eigentlich meistens üblich — am Batteriefachdeckel müsste man die Tastatur nicht zerlegen um sie zu reparieren. Ausserdem hätte man die oben genannten Vorteile und könnte ein paar Cent sparen.

Warum das nicht so gemacht wird… Naja, eine Ahnung habe ich schon, aber da würde ich mich nur wieder aufregen… ;-)
Ach, nochwas: ich habe die Tastatur mit Platz für drei AA-Zellen. Der Nachfolger arbeitet mit zwei Zellen, und laut Wikipedia ist ein Feature des Nachfolgers dass er auch im Zusammenhang mit Windows funktioniert. Das kann ich hier nicht testen, aber zumindest für die drei-Zellen-Version kann ich unter Linux keine Probleme feststellen.

Bloomberg hat ein Interview mit Steve Wozniak geführt, in dem er wirklich goldene Worte über den Ausgang des Gerichtsverfahrens Apple gegen Samsung sagt:

„I hate it,“ Wozniak said when asked about the patent fights between Apple and Samsung. „I don’t think the decision of California will hold. And I don’t agree with it — very small things I don’t really call that innovative.

I wish everybody would just agree to exchange all the patents and everybody can build the best forms they want to use everybody’s technologies.“

Er war schon immer der sympathischere Steve. :-)

Vor einem Monat habe ich noch geranted weil die Firma Apple es sich anmaßt, die Inhalte von Musikstücken zu verändern. Und während ich mich noch darüber aufrege — nein, nicht durchgehend, aber immer mal wieder — lese ich schon wieder was in die Richtung.

Diesmal ist es vielleicht nicht ganz so kraß, da Apple in diesem Fall nicht selbst die Inhalte verstümmelt. Trotzdem wird versucht Einfluss zu nehmen, und das wie ich finde in einem Maß das nicht toleriert werden kann.

Es geht um ein Buch der amerikanischen Autorin Holly Lisle. Normalerweise verfasst sie Romane, aber seit einigen Jahren auch Bücher für Schriftsteller. Offenbar hat sie ein Werk geschrieben in dem sie die Vermarktung von Büchern beschreibt. Natürlich gehört dazu Heutzutage auch der Umgang mit Internet-Händlern, und speziell in der Branche zuvorderst der Platzhirsch Amazon. Und genau den Teil hätte sie in den Augen von Apple offenbar besser unterschlagen…

Zumindest in Apples iBook-Store scheint die bloße Erwähnung der Konkurrenz ausreichend für den Ausschluss zu sein. Die ursprünglich enthaltenen Links — und das kann ich in Grenzen noch nachvollziehen — hatte sie auf Aufforderung schon gelöscht. Im nächsten Schritt verlangt Apple die nicht-Erwähnung eines der für den Inhalt des Buches wichtigsten Themengebiete.

Sie hat die einzig richtige Konsequenz gezogen und ihre Bücher aus dem iBook-Store genommen. Meine Hochachtung dafür!

Ich zitiere mich mal eben selbst:

Wie können die als Technik-Anbieter es auch nur wagen, sich am Inhalt der Stücke zu vergreifen? Und wie können die Rechteinhaber das zulassen?!?

Das habe ich vor mehr als sieben Jahren geschrieben, und es gilt immer noch. Gerade lese ich einen Artikel in der Zeit, und mir kocht schon wieder die Galle über. Offenbar erdreistet sich Apple, die Inhalte von gekauften Musikstücken zu zensieren:

Doch irgendwie war »Make Some Noise« von den Beastie Boys, einer New Yorker Hip-Hop-Band, nicht mehr das, was es einmal war. Er hörte genauer hin – und stellte fest: Der Text war gesäubert worden. »We gonna party for the motherfucking right to fight«, heißt es bei den Beastie Boys, aber nun fehlte plötzlich das Wort motherfucking, es war durch ein lautes Kratzgeräusch unhörbar gemacht worden. Ebenso, in einer anderen Zeile, der Vulgärausdruck bitching.

Wohlgemerkt: es ist nicht so wie die übliche Zensur durch den Laden. Apps für die iGeräte durchlaufen auch eine Zensur, und wenn da beispielsweise in einer Sportzeitschrift oder einem Gemälde zu viel Haut zu sehen ist nehmen die den Kram einfach aus dem Store. Hier werden aber wirklich die Inhalte der Stücke verändert!

Ich finde das wirklich unglaublich. Zumal irgendeine komische ‚Dienstleistung‘ bei denen offenbar auch ungefragt Musikstücke überschreibt die man aus anderer Quelle hat.

Technik mögen die drauf haben. Meinetwegen auch User-Interfaces und Design. Aber aus politischen Gründen würden mich keine zehn Pferde dazu bewegen, deren Produkte privat zu kaufen. :evil:

Während Heute das Netz vermutlich von anderen Apple-Bezogenen Nachrichten überschwemmt wird weise ich mal auf eines der coolsten Bastelprojekte hin die mir in letzter Zeit vor den Mauszeiger gekommen sind: den Macintosh SE/arm. Das ist ein Apple Macintosh SE/30 (gebaut zwischen 1989 und 1991) dessen Innenleben ein talentierter Holländer auf ARM-CPU und Linux umgerüstet hat, so dass er das Gerät als Fileserver nutzen kann.

Kern der Maschine ist jetzt ein Seagate FreeAgent DockStar. Das ist ein kleines Linux-System das man eigentlich als NAS benutzt. Darauf läuft Debian, angeschlossen sind zwei Festplatten. Soweit so gut, aber das Gerät sollte wirklich voll funktional bleiben. Samt Bildschirm und Tastatur…

ADB-Tastatur und -Maus kann man vergleichsweise simpel per USB anschliessen (das war nebenbei bemerkt der Grund weshalb ich bei dem Projekt gelandet bin). Sound ist schon eine größere Herausforderung. Was mich aber schwer beeindruckt hat ist die Video-Karte die der Typ selbst entworfen und entwickelt hat. Basierend auf einem weiteren ARM-Prozessor, und tatsächlich in der Lage die alte Röhre des Macs zu befeuern. Das Ding hängt auch per USB an dem DockStar, und dank eines eigens entwickelten Framebuffer-Treibers für den Linux-Kern kann er sogar X darstellen — oder einen Mac-Emulator… :-)

Ich verneige mein Haupt in Ehrfurcht…