Zur Zeit bin ich auf der Suche nach einer Lösung für ein ziemlich einfaches Problem. Dachte ich eigentlich…

Es gilt, ein Kinderzimmer mit Musik zu beschallen. Zur Zeit tönt da ein billiger tragbarer MP3-Player, manchmal per Kopfhoerer, manchmal per Aktivbox. Das Problem ist, dass sowohl Player als auch Box auf Akku laufen. Die müssen ständig wieder aufgeladen werden, und das nervt alle Beteiligten.

Gesucht wird also ein stationäres Gerät zum Abspielen von Musik. Die liegt heutzutage als MP3 vor, wahlweise auf SD-Karte, USB-Stick oder Netzwerk. Das Gerät darf (muss nicht) tragbar sein, sollte aber direkt an der Steckdose laufen. Also eine Art Boombox (so nennt man Ghettoblaster wohl Heute?), oder eine kompakte HiFi-Anlage. Vielleicht auch wie ein Radiowecker.

Sowas gibt es. Auch zu Preisen die in ein Kinderzimmer passen.

Allerdings soll man in den MP3s auch navigieren können, ganz so als ob es 2017 wäre. Mit Menues und ID3-Tag-Anzeige, vielleicht sogar mit Coverdarstellung.

Sowas gibt es nicht. Scheint mir. :-(

Der tragbare 20-Euro-MP3-Player kann das. Sobald aber ein Netzteil verbaut ist scheint es das nicht mehr unter 200 Euro zu geben, und das ist meiner Meinung nach etwas viel für Kinderhände. In die günstigeren Geräte sind teilweise noch Cassettenlaufwerke verbaut (2017!), MP3 müsste man sich bei vielen vorher auf CD brennen, und die „Benutzeroberfläche“ besteht aus einzeiligen alphanumerischen Displays — wenn überhaupt, oft ist es einfach eine zweistellige Siebensegment-Anzeige.

Die teuren Geräte haben dann auch noch Streaming-Funktionalität, oder DAB+ und ähnliches. Das ist alles gut und schön, aber nicht nötig. Ansonsten geht man offenbar davon aus dass die Musik durch ein Handy oder ein Tablet wiedergegeben wird, so dass die Anlage nur noch zum Bluetooth-Lautsprecher degradiert wird. Ein Handy steht aber noch nicht auf dem Plan… im Kinderzimmer.

Ich trage mich jetzt also mit dem Gedanken, einen Touchscreen und ein paar Lautsprecher an einen Raspberry zu bauen. Da läuft Kodi, das kann alles was ich damit machen möchte. Und alles in allem wird das Ding dann bei etwa 100 Euro liegen. Oder hat vielleicht doch jemand einen Tipp für was fertiges…?

Das war jetzt der fünfte Anruf den ich innerhalb von zwei Wochen vom „Microsoft Technical Support“ bekommen habe. Also: nicht wirklich von Microsoft, das ist mir klar. Ich weiß dass Microsoft sowas nicht tun würde. Sie haben sich so vorgestellt. Auf gebrochenem Englisch.

Beim ersten mal war ich perplex. „We don’t use any Microsoft software in this house, bye.“

Zwei Mal war meine Frau dran, die hat auch direkt aufgelegt. Beim letzten Mal war die Verbindung so schlecht dass ich keine Lust hatte mich darauf zu konzentrieren.

Jetzt gerade hatte ich Zeit, genug schlechte Laune und eine brauchbare Verbindung. Also habe ich mich mit dem Typen unterhalten. Hier mal ein Gedächtnisprotokoll, der Einfachheit halber direkt übersetzt:

„Hier ist der Microsoft Technical Support. Ich rufe an weil wir sehen dass Ihr Computer von Hackern angegriffen wurde. Sitzen Sie an ihrem Computer?“

„Ja.“

„Ich möchte dass Sie alle Fenster verkleinern, so dass Sie den Desktop sehen. Koennen Sie das machen?“

„Ja.“

„Jetzt möchte ich dass Sie sich auf die Tastatur konzentrieren. Unten links sehen Sie eine Taste, beschriftet mit S-T-R-G. Sehen Sie die?“

„Ja.“ (Gelogen — auf meiner US-Tastatur Steht da Ctrl. :-) )

„Daneben sehen Sie eine Taste mit vier Flecken, die stellen ein Windows-Logo dar. Sehen Sie die?“

„Ja.“

„Ich möchte dass Sie die Taste gedrückt halten und mit der anderen Hand auf R drücken.“

„OK.“

„Was ist passiert?“

„Nichts.“ (Auch gelogen, aber es ist sicher nicht das passiert was er erwartet hat.)

„Welche Tasten haben Sie gedrückt?“

„Windows und R, aber bei mir wird da nichts passieren.“ (Naja, ich benutze den Awesome Window Manager, da kann ich auf die Weise tatsächlich Kommandos starten — mache ich aber nicht für jeden. :-P )

„Bitte?“

„Ich benutze kein Windows, ich benutze gar keine Microsoft Software. Ich bin IT Professional, und ich werde mich von Leuten wie Ihnen nicht verarschen lassen. Bitte nehmen Sie meine Telefonnummer aus der Datenbank, ich will nie wieder von Ihnen angerufen werden.“ (Ich hätte fest damit gerechnet dass er auflegen würde. Stattdessen…)

„Sie wollen dass ich Sie aus der Datenbank nehme? Das kann ich machen. Dafür müssen Sie mir 200 Euro überweisen, dann werde ich nie wieder anrufen.“

„…“ (Ich war wirklich perplex ob dieser Dreistigkeit.)

„Sie bezahlen 200 Euro, ansonsten werden wir wieder anrufen.“

„Hören Sie, Sie verschwenden nicht nur meine Zeit sondern auch Ihre eigene. Ich werde nichts bezahlen.“

„Ich habe jede Menge Zeit zu verschwenden, und ich werde Sie wieder anrufen wenn Sie nicht bezahlen.“

„Ich werde nichts bezahlen. Das führt zu nichts.“

„Wir werden weiter anrufen bis Sie bezahlt haben. Und Sie werden darunter leiden.“ (Der genaue Wortlaut war „and you will suffer“ — ich bin noch nie so offen bedroht worden.)

„Lassen Sie mich überlegen was meine Optionen sind. Die Telefonnummer die ich hier sehe zu melden macht keinen Sinn, die wird gefälscht sein (fing mit 0146474 an, letzte Woche hatte ich aber auch schon so einen Anruf mit einer Vorwahl die in NRW sein dürfte). Vielleicht kann ich meinen Telefonprovider anrufen, eventuell können die das tracken.“ (Können sie nicht, fürchte ich. :-( )

„Hören Sie, Sie können sich beschweren bei wem Sie wollen. Telefonprovider, Polizei, Militär. Ist mir egal. Die werden uns nicht kriegen. Wenn Sie nicht bezahlen werden wir weiter anrufen, und Sie werden darunter leiden.“

An der Stelle ging es noch ein bisschen hin und her. Ich habe das Telefon irgendwann laut gestellt und ihn gebeten seine Drohungen für meine Familie zu wiederholen. Hat er auch gemacht. Dann habe ich mich daran erinnert dass er jede Menge Zeit zu verschwenden hat. Bitte, kann er haben. Also habe ich das Telefon zur Seite gelegt und mich mit erfreulicheren Dingen beschäftigt. Nach einer halben Minute hat er aufgelegt.

Angst habe ich nicht vor ihm, aber sowas nervt! Wenngleich ich die Dreistigkeit schon fast ein Bisschen beeindruckend finde. Ich hätte fest damit gerechnet dass er auflegt nachdem ich ihm sagte dass wir kein Windows benutzen.

Mir fällt nicht ein was man dagegen tun kann. Vorschläge?

Das gute Stück

Das gute Stück

Eigentlich brauche ich kein Fernglas, und ich bin mir ehrlich gesagt nicht mal sicher wie dieses Ding in meinen Besitz gekommen ist. Es handelt sich offenbar um ein Bresser Action 10×50, also zehnfache Vergrößerung bei 50mm Linsendurchmesser.

Das Teil lag jahrelang im Schrank. Erstens weil ich es wie gesagt in der Regel nicht brauche, und zweitens weil es böse verstellt war. Scharf einstellen war nie ein Problem, aber die Bilder beider Seiten waren vertikal verschoben. Das kompensiert das Gehirn nicht weg, also konnte man das Glas nur mit einem Auge benutzen wenn einem nicht schlecht werden sollte.

Heute habe ich mir das Teil doch mal vorgeknöpft. Irgendwie muss es ja einzustellen sein, und wenn nicht muss es eigentlich auch keinen Platz bei mir wegnehmen. Rein äußerlich habe ich aber keine entsprechende Mechanik gesehen. Alle Schrauben dienen entweder zur Verbindung der beiden Hälften, oder zum Verschluss des Gehäuses an der Okular-Seite. Die Objektive kann man auch mit einem beherzten Griff abschrauben.


Wenn man in das Gehäuse sieht kommt man an die Prismen. Und da ist mir eine sehr kleine Madenschraube aufgefallen, die gibt es an jedem Prisma. Von außen werden diese Schrauben durch die Gummi-Armierung verdeckt.

Ich hatte Glück: versuchsweise habe ich die vordere rechte Schraube einfach mal eine Drehung rein geschraubt, einfach um zu sehen was sich ändert. Und das scheint genau richtig gewesen zu sein, die Abbildung war direkt deckungsgleich.

So habe ich dann jetzt tatsächlich ein funktionierendes Fernglas.

Brauchen tu ich es immer noch nicht… :-D

Alles in Ordnung

Alles in Ordnung

Eigentlich sollte es nach Isle of Skye gar nicht so schnell weiter gehen mit diesem Thema. Aber Heute Morgen hat mir mein Kalender entgegen geworfen dass der erste Februar der Robinson-Crusoe-Tag ist, und die Gelegenheit konnte ich mir nicht entgehen lassen. :-)

Robinson Crusoe — Abenteuer auf der verfluchten Insel heißt das Spiel um das es Heute gehen soll mit vollem Namen. Eins der besten Spiele die ich bislang gespielt habe. Kooperativ mit mehreren Spielern, hervorragend für Solo-Partien, deprimierend schwierig und unglaublich thematisch. Es ist auch das komplizierteste Spiel an das ich mich heran getraut habe. Vierzig Seiten ist die Anleitung lang, unsere erste Partie hat über sieben Stunden gedauert — normalerweise ist man nach 90 Minuten fertig. Aber es lohnt sich!

Grabbelkiste

Grabbelkiste

Leider ist auch bei diesem Spiel kein System in der Kiste. Ich habe es gebraucht gekauft, ich nehme an dass die Sortierbox eine Idee des Vorbesitzers war. Abgesehen davon sind im Karton nur Zip-Beutel und Einzelteile. Ein Spiel aufzubauen ist kompliziert genug, den ganzen Kram jedes Mal ein- und auspacken zu müssen macht es nicht einfacher.

Mein Einsatz passt vollständig in den Karton. Ich habe die alte Ausgabe des Spiels, bin mir aber ziemlich sicher dass die Teile aus der 2016er Neuauflage auch rein passen würden. Auch die Sachen aus der Schatzkiste sollten ihren Platz finden, aber das habe ich noch nicht ausprobiert.

Ähnlich wie bei meinen Einsätzen für Smash Up und Isle of Skye gibt es wieder einen Einsatz mit dem man die benötigten Tokens auf den Tisch bringen kann. Das wird kaum jemandem auffallen, aber in die Fächer des Kästchens habe ich Symbole graviert die Auskunft darüber geben dass zum Beispiel ein gelber Würfel eine Banane darstellt.

Ein weiteres Gimmick ist der Jutebeutel den mir die beste aller Frauen für die Geheimnisplättchen genäht hat. Die Dinger lassen sich ansonsten nicht gut mischen, da haben wir uns von dem Beutel in Isle of Skye inspirieren lassen. Und in Jute geht der sogar noch als thematisch durch… :-)

Gelasert habe ich auch diesen Einsatz beim Chaostreff Dortmund, dem somit ein weiteres Mal mein Dank gebührt.

Isle of Skye, ordentlich

Isle of Skye, ordentlich

Ich habe hier ja schon meine selbstgebastelten Organizer-Einsätze für die Brettspiele Smash Up und Dominion gezeigt. Ich habe noch deutlich mehr in Planung. Ein paar habe ich schon fertig, hier ist der nächste. Für das Spiel Isle of Skye, das erst letztes Jahr zum Kennerspiel des Jahres gekürt wurde.

Wenn man das Spiel kauft findet man in der Schachtel einen Stoffbeutel und jede Menge Pappteile. Nicht mal der Versuch, irgendwie Ordnung zu schaffen. Und selbst wenn man die ganzen Landschaftsplättchen in den dafür vorgesehenen Beutel (OK, den beizulegen ist wirklich nett) gepackt hat sind im Kasten immer noch etwa 50 Teile die einfach herumfliegen, und da sind die Münzen noch nicht mal mitgezählt. Ich bin eigentlich nicht unbedingt ein Ordungsfanatiker, aber das jedes Mal auseinander zu sortieren betrachte ich als ernsthaften Hemmschuh das Spiel auf den Tisch zu holen.

Das Spiel an sich ist wirklich gut, also habe ich mich daran gemacht den Einsatz zu bauen den es verdient hat. Und den seht Ihr hier:

Im Organizer ist neben dem großen Fach für besagten Beutel ein spezieller Platz für die Start- und die Wertungsplättchen, das macht den Aufbau einfach. Die Sichtschirme finden ihren speziellen Platz, und unter dem herausnehmbaren Einsatz mit den Münzen — den man während des Spiels auf dem Tisch braucht — findet sich ein Stauraum für Startspielermarker, Tokens und Kleinkram.

Im Gegensatz zu den beiden anderen Spielen haben sich gleich mehrere Leute Gedanken zu Organizern für Isle of Skye gemacht. Dabei ist ElephantCraftsShop erstaunlicherweise fast zu der gleichen Lösung gekommen wie ich. Das Modell von Meeple Realty finde ich interessant, ein Blick auf das System von Rubrand wirkt aber ähnlich verwirrend wie der Blick in den ungeordneten Spielkarton. Da sind interessante Ideen drin, ohne das ausprobiert zu haben wirkt es aber etwas… overengineered.

Mein Dank geht nochmal an den Chaostreff Dortmund, dort steht der Lasercutter mit dem ich das Ding ausgeschnitten habe.

Kupfer, ordentlich verpackt

Kupfer, ordentlich verpackt

Diesen Sommer hatte ich irgendwann die spontane Idee, mir selbst einen Sortier-Einsatz für mein Smash Up Spiel zu bauen. Das hat dermaßen gut funktioniert dass ich nicht aufhören konnte das auch für andere Spiele zu planen.

Mittlerweile habe ich das für einige Spiele durchexerziert. Teils sind dabei einfache Kartentrenner herausgekommen, in einem Fall habe ich aber tatsächlich eine ganze Kiste gebaut. Das Vorgehen war immer wie beschrieben, schneiden konnte ich meine Pläne beim Chaostreff Dortmund mit dem dortigen Lasercutter.

Heute stelle ich mal den einfachsten Einsatz vor den ich gebaut habe, für das Kartenspiel Dominion. Im Gegensatz zu vielen anderen Spielen bekommt man hier einen wirklich ordentlichen Einsatz mitgeliefert. Der erfüllt seine Aufgabe gut, da gibt es nicht viel zu meckern. Wenn man allerdings Erweiterungen zu dem Spiel hat — und ich habe fünf — kann man diese nicht im originalen Karton unterbringen.

Sechs Schachteln

Sechs Schachteln

Dadurch stapeln sich nicht nur eine Menge Kartons im Spieleschrank. Speziell bei Dominion lassen sich die Erweiterungen auch sehr gut untereinander mischen. Man spielt dann mit ein paar Karten aus diesem Karton, mit ein paar Karten aus jenem. Je nach Zusammenstellung bedeutet das in meinem Fall also, dass ich tatsächlich das Spielmaterial aus sechs Kartons zusammenklauben muss.

Bei eBay verdienen sich Leute eine goldene Nase indem sie einfache Koffer aus dem Baumarkt verkaufen. Zusammen mit einem Satz Sortierkarten kostet das dann gerne deutlich über 100 Euro. Sortierkarten brauchte ich auch, da habe ich aber im BGG-Forum wirklich gute Vorlagen gefunden. Eiko Wagenknecht hat sich die Mühe gemacht, man findet die Karten auch auf seiner Homepage. Danke! Die musste ich nur auf dickem Papier ausdrucken und ausschneiden.

Ich habe alle meine Karten — samt der Trenner — zusammengelegt und versucht die in einem Karton unterzubringen. Das ging so gut auf dass ich ein kleines Fach konstruieren konnte in dem ich genau das erweiterte Spielmaterial unterbringen konnte das in den verschiedenen Erweiterungen vorhanden ist (Spieler-Tableaus, Münzen, und so weiter). Lediglich auf die Platzhalterkarten musste ich verzichten, aber ehrlich gesagt habe ich nie ganz verstanden wozu ich die brauche. :-)

Hier sieht man den Plan der dann in FreeCAD entstanden ist. Die Wände vorne und hinten verhindern ein seitliches Verrutschen der Karten, das Kästchen hinten in der Mitte hat einen Boden damit keine Kleinteile unter die Spielkarten wandern. Ich konnte keinen kompletten Boden konstruieren, sonst wäre die ganze Geschichte zu hoch für den originalen Karton geworden. Ebenso hätte ich keine Seitenwände einbauen können, das hätte nicht gepasst.

So habe ich jetzt mein komplettes Dominion-Spiel — insgesamt bringt es der Kasten jetzt auf fünf Kilo! — in einem Karton. Mehr als 2.500 Karten sind griffbereit, alphabetisch sortiert. An der cleveren Farbcodierung der Trennkarten kann man trotzdem noch erkennen welche Karten aus welcher Erweiterung stammen. Statt knapp einen halben Meter nimmt das Spiel jetzt nur noch etwa neun Zentimeter Höhe ein. Den frei werdenden Platz konnte ich aber schnell mit neuen spannenden Spielen auffüllen… :-D

Geek Edition ab Werk

Geek Edition ab Werk

Noch ein Post zum Thema Spiele. Dieses Mal geht es um das Kartenspiel Smash Up, genau wie das erwähnte Munchkin aus dem Pegasus-Verlag. Smash Up ist ein Spiel mit einem unbestreitbar hohen Geek-Faktor, und passend dazu verkauft der Verlag eine Kiste namens ‚Geek Edition‘. Eine große Box mit wenig Inhalt, gedacht um das Basisspiel und die Erweiterungen ordentlich aufzubewahren.

Gute Idee, aber die Umsetzung krankt doch sehr an dem merkwürdigen Einsatz der in dem Karton enthalten ist. Der ist offenbar für ein anderes Spiel gemacht worden, für den Einsatz in Verbindung mit Smash Up ist er gelinde gesagt untauglich. Das spiegelt sich entsprechend auch in den vernichtenden Amazon-Rezensionen wider. Die Probleme sind folgende:

  • Karten werden in den Fächern nicht ordentlich gehalten, fallen um.
  • Spielregeln müssen irgendwie in ein Fach geknuffelt werden.
  • Die Basis-Unterlagen sind super, passen aber überhaupt nicht in den Karton.
  • Fächer für Kleinkram (Siegpunkte, Stärkemarker) sind so tief dass ich mit meinen großen Händen kaum an die Kleinteile komme.

Aber die Box an sich ist sinnvoll, und für den Preis habe ich mich mal selbst an einen Hack gemacht…

Meinen Weg dahin habe ich ja schon beschrieben, im Wesentlichen braucht man FreeCAD, ein Plugin dazu und Inkscape. Oh, und einen Lasercutter natürlich, aber den gibt es in vielen Makerspaces, so auch im Chaostreff Dortmund.

Die Planung hat mich — mit Einarbeitung in FreeCAD — etwa einen Tag gekostet. Da ich jetzt weiß wie es geht würde ich für so ein Projekt vermutlich um die vier Stunden brauchen. Der Lasercutter hat etwa eine halbe Stunde gebraucht, danach hatte ich ein großes Holz-Puzzle. Und zu meinem Erstaunen hat das so gut geklappt dass ich beim Zusammenbauen nicht mal Kleber benutzt habe, es hält einfach so durch die Passformen!

Meine Box hat jetzt folgende Features:

  • Platz um meine Smash-Up-Karten einzusortieren, Trenner um zum Beispiel die Munchkin-Variante vom Rest fern zu halten.
  • Platz für Spielanleitungen und Basis-Unterlagen.
  • Kleiner Einsatz für Siegpunkt- und Stärkemarker, kann während des Spiels auf den Tisch gestellt werden.
  • Unter dem kleinen Einsatz ist ein „Geheimfach“ für Sachen die man im Prinzip nicht braucht, bei mir liegen da die Fehldrucke von den Ork-Karten.

Edit: Übrigens ist die Idee, Spiele nachträglich mit solchen Organizern auszustatten nicht neu, die gibt es auch von kommerziellen Anbietern. Unter anderem auch für Smash Up, allerdings nur für die amerikanische Schachtel — nicht für die deutsche Geek Edition.

Alles in allem bin ich extrem zufrieden mit dem Ergebnis. Es hat Spaß gemacht zu planen und zu konstruieren, und ich hätte echt nicht damit gerechnet dass das Ergebnis auf Anhieb so gut funktioniert. Ideen für andere Spiele sind schon in Planung… :-)

Spyke auf dem Karton

Spyke auf dem Karton

Eigentlich war ich nie ein großer Spieler. Aber dieses Jahr habe ich zum Geburtstag ein Spiel geschenkt bekommen. Das hat mich sehr angefixt, seitdem habe ich mich intensiv damit beschäftigt was der Spielemarkt so hergibt. Hatte ich ja auch schon beiläufig erwähnt.

Das Spiel das den Auslöser gegeben hat war Munchkin. Ein Kartenspiel von Steve Jackson, in Deutschland vertrieben von Pegasus. Ich habe seitdem eine Menge wirklich guter Spiele kennen gelernt, aber — obwohl es offenbar unter ‚ernsthaften Spielern‘ sehr polarisiert — bleibt Munchkin einer meiner Favoriten. Neben meiner Frau konnte ich jetzt schon einige Leute damit infizieren. Allesamt höchstens Gelegenheits-Spieler wie ich, aber wirklich negative Rückmeldungen habe ich noch nicht bekommen.

Box, Netz-Trolle, Mami und Plutonium-Drachen

Box, Netz-Trolle, Mami und Plutonium-Drachen

Geschenkt wurde mir eine Box mit Fantasy Munchkin 1 und 2. Von dem Spiel sind aber eine Menge Varianten und Erweiterungen rausgekommen, so nenne ich mittlerweile auch die Erweiterungen 3 bis 6, die Turbobooster, die verlorenen Schätze, Freibeuter-Munchkin 1 und 2, sowie das Brettspiel Munchkin Quest, den Love-Letter-Clone Loot Letter und die Munchkin-Variante von Smash Up mein Eigen. Und da kommt sicher noch einiges dazu. Die Kiste mit 7 und 8 steht schon auf dem Einkaufszettel, die Vampir- und Western-Versionen reizen mich, und aus irgendwelchen Gründen hat mir die beste aller Frauen ein striktes Verbot gegeben, mir vor Weihnachten Star Munchkin zu kaufen. :-D

Heute wurde ich mit einer völlig neuen Variante überrascht. Nennen wir es mal Guest Artist Edition. Meine Tochter hat mir eine Erweiterung gebastelt. Komplett mit Schachtel, Netz-Trollen, Mami und natürlich Plutonium-Drachen. Sie hat sich meine Spiele gut angesehen, zum wirklichen Spielen ist sie noch zu jung. Aber mir scheint dass ich jetzt doch auch Jäger des Schatzes — eine Variante für Kinder — auf den Einkaufszettel nehmen muss… ;-)

Mein Design

Mein Design

Mit einem Lasercutter kann man jede Menge nützliche Sachen herstellen. Vor zwei Jahren habe ich mal ein schickes Raspberry-Gehäuse gefunden, das konnte ich einfach runterladen und mir beim Makerspace meines Vertrauens auslasern lassen. Das Ergebnis ist schick geworden, genau so ist der Raspi jetzt als Medienabspielgerät im Einsatz.

Aber wie komme ich an ein Gehäuse nach Mass, für eigene Projekte?

Das einfachste wird wohl ein kostenloser Online-Generator sein. Davon gibt es einige, mit unterschiedlich vielen aber doch ziemlich überschaubaren Features. Man gibt die gewünschten Masse ein, und bekommt ein PDF oder ein SVG das man direkt an den Cutter verfüttern kann.

Genauso einfach kann man Boxen wohl direkt in Inkscape erstellen. Dazu muss man ein Plugin installieren, das habe ich aber nicht ausprobiert.

Die nächste Stufe dürfte der Boxdesigner sein. Erstmal ist das auch so ein Online-Generator, aber dafür mit einer geradezu überwältigenden Zahl von Funktionen. Nett gemacht, und wer es braucht wird dafür sicher gern die 13 Euro im Jahr bezahlen. Hätte ich auch fast gemacht. Aber nur fast. Was ich gerade bauen will ist etwas zu speziell für den Designer. Mein Plan war, das grundlegende Design da raus zu ziehen, und den Rest in Inkscape

Da das aber auch eine Menge Planung erfordert, und noch dazu sehr fehlerträchtig ist, habe ich mich weiter umgesehen. Und so bin ich zur — für mich — idealen Lösung gekommen:

Schneidvorlage (ein Teil davon)

Schneidvorlage (ein Teil davon)

Mit FreeCAD hatte ich mich vor einiger Zeit schonmal beschäftigt, als ich Bedarf an 3D-Planung hatte. Was ich da nicht wusste ist, dass auch FreeCAD sich durch Plugins erweitern lässt. Und richtig genug: da gibt es eines namens LCInterlocking — auf den zweiten Blick verrät der Name dass man damit Interlocking Designs für den Laser Cutter machen kann. Leider ist die Doku echt dürftig, aber alles was ich wissen musste konnte ich dem Video entnehmen das in der Readme verlinkt ist.

Auch bei dieser Lösung kommt man um Nachbearbeitung in Inkscape nicht herum, aber die komplizierten Sachen sind da schon erledigt.

Man erhält so ein großes SVG mit den Schneidvorlagen. Die Kür besteht jetzt noch darin, die Einzelteile platzsparend aufzuteilen, so dass möglichst wenig Verschnitt anfällt. Das geht manuell, ich habe es einfach mal von SVGnest machen lassen. Dazu habe ich ein Rechteck in das SVG eingefügt das die maximale Arbeitsfläche des Lasers angibt. Das SVG lade ich dann in das Tool, und nach ein paar Klicks sortiert ein Algorithmus alles für minimalen Verschnitt.

Disclaimer: Ob die Vorlage jetzt tatsächlich zum Schneiden taugt muss sich noch rausstellen. Sobald ich das weiß, und sobald ich ein vorzeigbares Ergebnis habe, werde ich auch verraten was ich da gebastelt habe… :-)

Kein Flash erforderlich

Kein Flash erforderlich

Aus Gründen beschäftige ich mich in letzter Zeit verstärkt mit Spielen. Analogen Spielen. Ohne Strom.

Gerade sehe ich mir eine Spieleinführung auf catan.de an. Interaktiv. In der Regel befürchtet man auch im Jahr 2016 bei sowas Flash. Aber nein, eine Wohltat: reines HTML. So wie man sich das Heute wünscht. Naja, fast… :-D

Nicht falsch verstehen: alle Siedler-Varianten die ich bislang ausprobiert habe waren toll, und ich kann absolut nachvollziehen dass die Seite zu einem 13 Jahre alten Spiel — das nicht mal mehr hergestellt wird — nicht auf modernste Technik setzt. Lieber antik als offline. Danke, Kosmos!