Seit einer ganzen Weile bin ich intensiv fasziniert von Brettspielen. Ich bin immer wieder erstaunt was es da alles gibt. Vor allem natürlich in Bezug auf Spielmechaniken, -materialien und -themen, aber es gibt auch außerhalb der Spielschachtel vieles das das Erlebnis verbessern soll.

Gerade bin ich auf den Ambient-Mixer gestoßen. Das ist ein Tongenerator mit dem man verschiedene Sounds zu einem Klangteppich zusammenmischen kann. Die Seite hat eine ganze Kategorie mit vorgefertigten Mischungen für Brettspiele. Ich kann mir nicht wirklich vorstellen wie sich Dixit anhören müsste, aber die Sounds für Colt Express oder Mysterium finde ich schon passend.

Allgemeine Soundtracks — dafür tatsächlich komponiert und nicht generiert — gibt es auf Tabletop Audio. Das sind teilweise Musikstücke, teilweise auch nur Klangcollagen.

Sehr cool finde ich dass manche Verlage von sich aus entsprechende Downloads anbieten. Libellud hat beispielsweise in den Downloads was passendes für Mysterium (und gerade dieses Spiel profitiert tatsächlich vom passenden Ambiente).

Ich hatte noch keine Gelegenheit in die Hörbuch-CD zu Maus & Mystik reinzuhören. In dem Spiel gibt es einige Erzähl-Abschnitte. Die liest man eigentlich einfach aus dem beiliegenden Buch vor. Mit der CD bekommt man die Teile dann von professionellen Sprechern präsentiert. Keine Ahnung welchen Einfluss das auf das Spielgefühl hat…

Mein Nachbau

Mein Nachbau

Dieser Beitrag ist zu spät für Ostern, die Idee ein alter Hut und im Wesentlichen nur ein Nachbau eines Projektes das andere schon lange veröffentlicht haben. Trotzdem hatte ich eine Menge Spaß beim Basteln, und die Familie hat sich tolle Motive ausgedacht. Grund genug, das Ding auch hier rein zu kleben. :-)

Ich habe den Karfreitag in diesem Jahr weitestgehend damit verbracht, einen Roboter zu bauen der Ostereier bemalt. Die Idee kenne ich schon seit dem originalen EggBot von den Evil Mad Scientist Laboratories, und mittlerweile habe ich die Ausstattung selbst was in der Art nachzubauen. Allerdings leider zur Zeit nicht die Zeit das auch selbst zu entwickeln, also habe ich ein fertiges Projekt gesucht. Ich wollte nach Möglichkeit bei Standard-Bastelkomponenten bleiben, also habe ich mich nach einem Modell mit Arduino-Steuerung umgesehen. Fündig geworden bin ich beim C-Hack, auf deren Seite man den C-Egg findet.

Osterei

Osterei

Das Gehäuse habe ich aus 5mm MDF gelasert, die Aufnahmen für die Eier habe ich — da ich nicht die Teile zur Hand hatte um das Original nachzubauen — selbst gemalt und aus dem 3D-Drucker gezogen. Alles andere entspricht im Wesentlichen dem C-Egg.

Der Aufbau war nicht sonderlich kompliziert, lediglich die Position der Jumper auf der CNC-Platine hat mich etwas forschen lassen. Ist aber auch nicht dramatisch, das ist mein erstes Projekt mit Schrittmotoren, und ich habe so wieder was neues gelernt.

Oh, und es hat sich rausgestellt dass wasserfeste Folienstifte ideal für die Bemalung von Eiern sind. Die machen feine Linien, und vor allem verschmieren sie nicht. Wir haben die meisten Eier in einem zweiten Schritt nochmal mit normaler Eierfarbe „übergefärbt“, die geplotteten Motive waren davon nicht beeinträchtigt.

Ich habe hier ja schon öfter auf esoterische Programmiersprachen hingewiesen. Die Faszination hält an, und jetzt hat mich jemand auf eine besonders… bizarre Spielart… hingewiesen.

Ich würde jetzt gerne auf Eingenheiten der Sprache Fetlang eingehen, oder ein Beispielprogramm zeigen. Dann müsste ich aber damit rechnen dass ich wieder in irgendwelchen Contentfiltern lande, wegen Schweinkram. Soviel vielleicht: Das Projekt steht unter BDSM-Lizenz, und das steht natürlich für „BSD, modified“. :-D

Also: wer Interesse hat kann Fetlang auf Github in Augenschein nehmen. Ehrlich gesagt weiss ich nicht ob ich den Link als NSFW kennzeichnen sollte. Zumindest kompromittierendes Bildmaterial habe ich da nicht gefunden, keine Ahnung wie NSFW sonst noch definiert werden kann…

sed -f arkanoid.sed

sed -f arkanoid.sed

Wer viel an der Unix-Shell unterwegs ist kennt das Tool sed. Das steht für Stream EDitor, es ist ein kleines aber mächtiges Tool zum automatischen Bearbeiten von Texten. Ich nehme an dass es in mindestens 98% aller Einsätze nur zum Suchen und Ersetzen genutzt wird (per s///).

Ich wusste schon dass es mehr kann, aber eine wirkliche Implementierung von Arkanoid hätte ich nicht erwartet. Wow!

Notiz am Rande: auf meinem ersten Rechner hieß das auch Arkanoid. Original heißt das Spiel Breakout und ist sehr direkt mit der Firma Apple verknüpft. Mehr steht im Abschnitt Entwicklung des Wikipedia-Artikels.

Das gute Stück

Das gute Stück

Eigentlich brauche ich kein Fernglas, und ich bin mir ehrlich gesagt nicht mal sicher wie dieses Ding in meinen Besitz gekommen ist. Es handelt sich offenbar um ein Bresser Action 10×50, also zehnfache Vergrößerung bei 50mm Linsendurchmesser.

Das Teil lag jahrelang im Schrank. Erstens weil ich es wie gesagt in der Regel nicht brauche, und zweitens weil es böse verstellt war. Scharf einstellen war nie ein Problem, aber die Bilder beider Seiten waren vertikal verschoben. Das kompensiert das Gehirn nicht weg, also konnte man das Glas nur mit einem Auge benutzen wenn einem nicht schlecht werden sollte.

Heute habe ich mir das Teil doch mal vorgeknöpft. Irgendwie muss es ja einzustellen sein, und wenn nicht muss es eigentlich auch keinen Platz bei mir wegnehmen. Rein äußerlich habe ich aber keine entsprechende Mechanik gesehen. Alle Schrauben dienen entweder zur Verbindung der beiden Hälften, oder zum Verschluss des Gehäuses an der Okular-Seite. Die Objektive kann man auch mit einem beherzten Griff abschrauben.


Wenn man in das Gehäuse sieht kommt man an die Prismen. Und da ist mir eine sehr kleine Madenschraube aufgefallen, die gibt es an jedem Prisma. Von außen werden diese Schrauben durch die Gummi-Armierung verdeckt.

Ich hatte Glück: versuchsweise habe ich die vordere rechte Schraube einfach mal eine Drehung rein geschraubt, einfach um zu sehen was sich ändert. Und das scheint genau richtig gewesen zu sein, die Abbildung war direkt deckungsgleich.

So habe ich dann jetzt tatsächlich ein funktionierendes Fernglas.

Brauchen tu ich es immer noch nicht… :-D

Dass man mit einem Mikrowellentrafo Hochspannung erzeugen kann ist klar. Dass man das benutzen kann um Holz zu verzieren ist mir neu, offenbar nennt man sowas Lichtenberg Maschine. Die Ergebnisse sehen interessant aus, mal sehen wann mir eine alte Mikrowelle auf den Basteltisch rutscht… :-)

Damit es hier nicht zu still wird, mal eben ein Linktipp der irgendwie so gar nicht zu dem passt was ich normalerweise schreibe…

Vor einiger Zeit habe ich einen YouTube-Kanal für mich entdeckt, den vollständig anzusehen ich mir vorgenommen habe: Geography Now! Mein Einstieg war die Episode über Deutschland, aber die Videos scheinen alle so zu sein: zehn bis 15 Minuten, sehr hohe Informationsdichte, unterhaltsam gemacht — auch für nicht-Erdkunde-Nerds wie mich.

Ohne es gesehen zu haben klingt es irgendwie nach Sheldon Cooper’s Fun with Flags, daher rate ich: seht mal rein. Ich habe vorne angefangen, bin schon bei Chile. :-)

Der erste Versuch

Der erste Versuch

Im letzten Jahr habe ich ja mehrere Projekte mit Hilfe eines Lasercutters gemacht, einige Organizer für Brettspiele. Freundlicherweise konnte ich dafür die Maschine beim Chaostreff Dortmund nutzen, nochmal: Danke!

Ich wusste also dass meine Konstruktionen prinzipiell funktionieren. Um so ärgerlicher dass die Maschine so weit weg steht. Außerdem hätte ich mir schon ein paar Mal gewünscht, mehr ‚iterativ‘ vorzugehen. Einfach mal ausprobieren, und Sachen ändern die nicht funktionieren. Also habe ich mich mal umgesehen…

In den letzten Monaten habe ich eine Menge zum Thema gelesen, also war die Inbetriebnahme nicht allzu kompliziert. Ich hätte damit gerechnet dass es eine Woche dauert bevor ich irgendwas mit dem Ding herstellen kann. Zum Ausprobieren habe ich mir dann erstmal ein Puzzle gemalt. So wie ich mir das ausgedacht hatte sind da die drei wichtigen Techniken zum Einsatz gekommen: die Schrift ist gerastert, die Sterne außen sind als Vektoren graviert, und natürlich wurde das ganze dann ausgeschnitten. Ich habe etwas gekämpft bis ich die Toolchain unter Kontrolle hatte, dann war es aber doch ganz einfach. Und für einen ersten Versuch echt überzeugend, finde ich.

Die Toolchain… ich lasse mich gerne eines besseren belehren, aber soweit ich weiß gibt es keine brauchbare freie Software mit der man so eine Maschine ansteuern kann. Deshalb war ich eigentlich wild entschlossen, mir dafür zumindest eine Windows-VM einzurichten, mit der ich dann die originale Software benutzen kann. Im letzten Moment ist mir dann eingefallen dass ich — ähnlich wie beim Schneidplotter damals — einen Versuch mit Wine starten könnte. Eine schnelle Suche hat mir gezeigt dass das bei einem Roger Clark in Australien auch funktioniert hat. Ich habe das Installationsverzeichnis aus der Windows-VM auf mein Linux kopiert, und: mit kleinen Einschränkungen funktioniert es mit Wine.

Eine Einschränkung ist, dass ich beim Start der Anwendung jedes Mal die Bearbeitungsgröße der Maschine einstellen muss, ansonsten erscheint die Darstellung auf dem Bildschirm merkwürdig verzerrt. Schwerer wiegt, dass ich aus Wine keine USB-Geräte nutzen kann. Brauche ich allerdings auch nicht, da ich die Maschine auch per Netzwerk ansprechen kann. So bin ich sehr zufrieden.

Keltischer Knoten und Nautilusgetriebe

Keltischer Knoten und Nautilusgetriebe

Nach dem ersten eigenen Puzzle habe ich noch ein paar Sachen aus dem Netz ausprobiert: ein Puzzle mit einem keltischen Knoten, kitschige Ü-Ei-Hasen, ein Nautilusgetriebe und ein paar weitere Kleinigkeiten.

Mittlerweile habe ich auch schon einen Spiel-Organizer aus der Maschine gezogen. Einen neuen, den stelle ich als nächstes vor.

Alles in allem hatte ich bis jetzt schon eine Menge Spaß an dem Gerät, und immer mehr Ideen für kleine und große Projekte die ich mit dem Ding umsetzen kann. :-D

Alles in Ordnung

Alles in Ordnung

Eigentlich sollte es nach Isle of Skye gar nicht so schnell weiter gehen mit diesem Thema. Aber Heute Morgen hat mir mein Kalender entgegen geworfen dass der erste Februar der Robinson-Crusoe-Tag ist, und die Gelegenheit konnte ich mir nicht entgehen lassen. :-)

Robinson Crusoe — Abenteuer auf der verfluchten Insel heißt das Spiel um das es Heute gehen soll mit vollem Namen. Eins der besten Spiele die ich bislang gespielt habe. Kooperativ mit mehreren Spielern, hervorragend für Solo-Partien, deprimierend schwierig und unglaublich thematisch. Es ist auch das komplizierteste Spiel an das ich mich heran getraut habe. Vierzig Seiten ist die Anleitung lang, unsere erste Partie hat über sieben Stunden gedauert — normalerweise ist man nach 90 Minuten fertig. Aber es lohnt sich!

Grabbelkiste

Grabbelkiste

Leider ist auch bei diesem Spiel kein System in der Kiste. Ich habe es gebraucht gekauft, ich nehme an dass die Sortierbox eine Idee des Vorbesitzers war. Abgesehen davon sind im Karton nur Zip-Beutel und Einzelteile. Ein Spiel aufzubauen ist kompliziert genug, den ganzen Kram jedes Mal ein- und auspacken zu müssen macht es nicht einfacher.

Mein Einsatz passt vollständig in den Karton. Ich habe die alte Ausgabe des Spiels, bin mir aber ziemlich sicher dass die Teile aus der 2016er Neuauflage auch rein passen würden. Auch die Sachen aus der Schatzkiste sollten ihren Platz finden, aber das habe ich noch nicht ausprobiert.

Ähnlich wie bei meinen Einsätzen für Smash Up und Isle of Skye gibt es wieder einen Einsatz mit dem man die benötigten Tokens auf den Tisch bringen kann. Das wird kaum jemandem auffallen, aber in die Fächer des Kästchens habe ich Symbole graviert die Auskunft darüber geben dass zum Beispiel ein gelber Würfel eine Banane darstellt.

Ein weiteres Gimmick ist der Jutebeutel den mir die beste aller Frauen für die Geheimnisplättchen genäht hat. Die Dinger lassen sich ansonsten nicht gut mischen, da haben wir uns von dem Beutel in Isle of Skye inspirieren lassen. Und in Jute geht der sogar noch als thematisch durch… :-)

Gelasert habe ich auch diesen Einsatz beim Chaostreff Dortmund, dem somit ein weiteres Mal mein Dank gebührt.