Der eigentliche Aufbau der Joysticks

Auf dieser Seite wird der eigentliche Umbau der Joysticks von einem Dreamcast-Controller zu einem MAME-Control beschrieben.

Das Rohmaterial

Der originale Joystick
Der noch 'jungfräuliche' Joystick.

Durch Zufall habe ich die Arcade-Joysticks von Sega gefunden. Ein paar Seiten im Internet haben denen eine sehr gute Stabilität und ein schweres Gehäuse bescheinigt. Ideal also für meine Zwecke.

Um das selbst in Augenschein nehmen zu können, habe ich in einer Internet-Auktion eines dieser Teile gekauft (für 10 Euro + 4 Euro Versandkosten). Wie sich herausstellte, sind diese Geräte nicht nur durch ihre äußerliche Form, sondern auch durch den internen Aufbau wunderbar um zweckentfremdet zu werden. Diese Erkenntnis hat mich dann zum Kauf eines zweiten Sticks bewogen.

Der originale Joystick von innen
Die Innenansicht des unverbastelten Sticks. Noch hat mein Chaos hier nicht Einzug gehalten...

Wie man auf dem linken Bild sehen kann, besteht das Innenleben im Wesentlichen aus einer kleinen Platine und ein paar Kabeln. Die Platine dient zum Anschluß einer Sega-Erweiterung und interessiert in diesem Fall nicht. Und da die meisten der Schalter einfach über 'fliegende Leitungen' verkabelt sind, stellt es kein Problem dar, diese durch eigene zu ersetzen. Ich habe meine Leitungen direkt an die Taster angelötet.

Lediglich für den Anschluß des Steuerknüppels muß man auf der eingebauten Platine ein paar Leiterbahnen auftrennen. Das herauszufinden erfordert aber auch kein Diplom in Elektrotechnik.

Die Tastencodierung

Das Chaos nach dem Umbau
Das Chaos nach dem Umbau. Man sieht die Platine mit der Codierung für die Tasten. Das untere Flachbandkabel führt zu dem Tastaturcontroller, das obere zu dem 25poligen Sub-D-Stecker für den Anschluß eines zweiten Sticks. Die roten und weißen Kabel verbinden die Schalter mit der Platine zur Tastencodierung.

Den Tastaturcontroller habe ich der Einfachheit halber in das Gehäuse eingeklebt, nachdem ich ein Flachbandkabel an die benötigten Kontakte gelötet hatte.

Das andere Ende dieses Flachbandkabels führt - wie im Bild zu sehen ist - zu einer Lochrasterplatine. So hatte ich die Möglichkeit, relativ einfach viele einzelne Adern an die jeweiligen Kontakte anzulöten.

Nahansicht der Platine
Die Nahansicht der Platine. Was hier ziemlich chaotisch wirkt hat tatsächlich ein System... :-)

Nachdem in den letzten Schritten bereits festgestellt wurde, welcher Taster mit welchen Kontakten zu verbinden war, bestand die Arbeit an dieser Stelle im wesentlichen aus löten und zählen. Das Ergebnis mutet auf den ersten Blick recht chaotisch an, aber es erfüllt seine Pflicht. Alles getreu dem Designer-Grundsatz: 'Form follows function'... ;-)

Zum Anschluß eines zweiten Joysticks habe ich eine 25polige Einbau-Sub-D-Buchse mit einem fertig angeschlossenen Flachbandkabel besorgt. Dessen Adern habe ich auch auf die Platine gelötet, so daß ich im zweiten Joystick - in den ein identischer Anschluß eingebaut wurde - lediglich die Adern mit den Tastern verbinden mußte.

Die Anschlüsse

Rückansicht des fertigen Joysticks
Die Rückansicht des fertigen Joysticks. Wir sehen unten das herausgeführte PS/2-Kabel, und die Buchse für den Anschluß einer zusätzlichen Tastatur. Oben ist der 25polige Sub-D-Stecker, der zum zweiten Joystick führt.

Der Sega-Joystick ist so aufgebaut, daß in einen Schacht an der Rückseite ein Zusatzmodul eingeschoben werden kann. Es sind nur minimale Modifikationen daran nötig, um eine Sub-D-Buchse einzubauen.

Für die PS/2-Buchse mußte lediglich ein zusätzliches Loch gebohrt werden. Sieht in meinem Fall nicht schön aus, funktioniert aber. Dieses Loch entfällt auch an dem zweiten Joystick.