Ich weiß nicht mehr wo ich dieses Wort aufgeschnappt habe, ich glaube es war irgendwo im Radio oder in einem Podcast. Wenn man per Google danach sucht landet man im deutschsprachigen Netz auf einer ganzen Reihe von Seiten der Transition Town Bewegung — von der ich nicht weiß was ich davon halten darf.

Man versteht unter Reskilling das Wiedererlernen alter Fähigkeiten (Skills).

Landläufig kennt man das wohl unter Formulierungen wie ‚was Oma noch wusste‘. In erster Linie sind damit wohl Fähigkeiten im Rahmen des Haushalts gemeint, also Pflanzen, Backen, Kochen, Stricken, Stopfen und so weiter. Auch Fahrradreparatur, Bienenzucht oder Kräuterkunde findet man unter dem Begriff.

Mir gefällt das. Also nicht nur das Wort. Es fasziniert mich wenn Leute was können, und — und das ist eigentlich noch wichtiger — wenn Leute was machen. Im Sinne von: was herstellen. Und da ist es egal ob genäht, getöpfert oder geschmiedet wird, oder ob auf der anderen Seite geätzt, gelötet oder programmiert wird.

Folgendes hat Dieter Nuhr Heute bei Twitter lesen lassen:

Zum Thema Neuland: die Arroganz derer, die glauben, sich im Netz und dadurch in der Welt auszukennen, Ist zum kotzen.

Sehe ich genauso, auch wenn ich vermute dass er das völlig anders meint als ich.

Ich kann nur annehmen dass Leute die Gesetze und Regelungen zu Themen wie Hackerparagraphen, Zugangserschwerungsgesetz, Leistungsschutzrecht, Netzneutralität, Online-Durchsuchungen, Störerhaftung, Bestandsdatenauskunft oder einem zeitgemäßen Urheberrecht erlassen wenigstens selbst glauben, sich im Netz — und vielleicht auch in der Welt — auszukennen. Den Eindruck dass das tatsächlich der Fall ist vermögen diese Leute leider viel zu selten zu erwecken, die Arroganz mit der sie auf ihrer Kompetenz bestehen ist… eben zum kotzen.

Es mag Ausnahmen geben, aber das Gros dessen was ich in Sachen Netzpolitik in meiner Wahrnehmungsblase ankommt lässt mich eben zu diesem Eindruck kommen. :-(

Oh, und nicht falsch verstehen: ich habe die Weisheit auch nicht mit Löffeln gefressen. Aber ich bin der Ansicht dass viele Themen — die oben genannten zum Beispiel — unter Einbeziehung von Fachleuten und der Öffentlichkeit entwickelt und beschlossen werden müssen. Nicht hinter verschlossenen Türen durch die nur Lobbyisten und bestenfalls noch Parteigänger gehen dürfen.

Nein, dafür nicht. Andre Geim hat 2010 den Nobelpreis für Physik bekommen weil er das Graphen entdeckt und erforscht hat. Unterdessen ist der Russlanddeutsche mit Niederländischer und Britischer Staatsangehörigkeit geadelt worden (Sir Andre Geim — soviel Zeit muss sein).

Ein hochgeachteter Mann also, den ich gerne zitiere:

I like to have fun in my life, OK, so sometimes I say there are few pleasures in our life, and three of them we know – good food, wine, and women or men, depending on your position in this world. But people forget about the fourth pleasure, it is pissing off your colleagues, and I had a lot of this due to Ig Nobel prize. Annoying your colleagues is one of the pleasures I would never give up.

Er ist der einzige Wissenschaftler dem nicht nur der allgemein bekannte Nobelpreis verliehen wurde, sondern auch der Ig-Nobelpreis (Wikipedia: Der Ig-Nobelpreis (englisch-/französischsprachiges Wortspiel: ignoble – unwürdig, schmachvoll, schändlich), gelegentlich als Anti-Nobelpreis bezeichnet, ist eine satirische Auszeichnung, um wissenschaftliche Leistungen zu ehren die „Menschen zuerst zum Lachen, dann zum Nachdenken bringen“).

Das Zitat habe ich in einer Folge von Quarks & Co. gehört (Unkaputtbar – Die Magie neuer Materialien), und der Mann war mir auf Anhieb sympathisch. :-)

Die Tagesschau meldet, dass das Land Mecklenburg-Vorpommern das sogenannte „Rinderkennzeichnungs- und Rindfleischetikettierungsüberwachungsaufgabenübertragungsgesetz“ — kurz RkReÜAÜG — abgeschafft hat. Nicht nur ein sperriges Gesetz: damit ist das ‚längste authentische Wort im deutschen Sprachgebrauch‘ Geschichte. Schade drum? :-)