Gerade habe ich einen Film gesehen der mich wirklich beeindruckt hat: Die 12 Geschworenen. Lag schon eine ganze Weile hier rum, war noch originalverpackt. Meine wärmste Empfehlung für jeden der kein Problem mit Filmen hat die älter sind als 50 Jahre — und mit 12 Schauspielern die anderthalb Stunden Dialog liefern. Starker Inhalt, ausgeprägte Charaktere, grandios gespielt.

Heute habe ich erstmalig eine Ausgabe von fernsehkritik.tv gesehen. Grandios, auch wenn es an ein paar Stellen meiner Meinung nach über das Ziel hinaus geht (ich mache keinem Dolmetscher einen Vorwurf wenn er den Microsoft Zune nicht kennt). Schade dass das so viel Bandbreite kostet, das sollte ich mir wesentlich öfter ansehen.

Dass das Betriebssystem meines Telefons und das soziale Netz Google+ (zu dem ich mich ja letztens angemeldet habe, und das ich immer noch gut finde) vom gleichen Hersteller kommen war mir klar. Gruselig finde ich aber wie eng die beiden zusammen arbeiten:

Ich habe in Google+ zwei neue Leute in meine Kreise aufgenommen, die markante Vornamen haben. Fünf Minuten später schreibe ich eine Nachricht in mein Handy, und die Schreibvorschläge der Android-Tastatur (Gingerbread Standardtastatur) enthalten eben diese beiden Vornamen. Wie gesagt: das sind wirklich ungebräuchliche Namen, ich denke nicht dass die im Standardwortschatz der Tastatur vorkommen.

Fairerweise muss ich dazu sagen dass auf dem Telefon die Google+-Applikation installiert ist. Keine Ahnung ob die da noch ihre Finger im Spiel hatte. Zugefügt habe ich die beiden Personen aber nicht mit der App sondern direkt im Web.

Letztes Jahr habe ich mich noch darüber amüsiert dass eine Firma wie Microsoft sich nicht blöd dabei vorkommt damit zu werben dass das neue Windows zwei Fenster gleichzeitig anzeigen kann.

Heute lese ich begeisterte Kommentare von Apple-Nutzern Apple-Fans die ab sofort — man höre und staune — an allen vier Ecken eines Fensters anfassen können um die Größe zu ändern.

Da staunt der Laie, und der Fachmann… äh… wohl auch.

Heute ist mir bei der Arbeit wieder mal DOS auf den Keks gegangen. Ich will eine Reihe von Kommandos ausführen und abschätzen können wie lange die jeweils gebraucht haben. Irgendwo gibt es dazu ein Kommando ‚timethis‘ oder so, aber wie alles nützliche gehört das natürlich nicht zum Lieferumfang von Windows. Zumindest nicht zu einer normalen Installation, keine Ahnung ob das im Ressource-Kit ist oder so.

Also Krücke: time. Prima, denke ich. Einfach aufrufen und ich kriege die Zeit sogar mit Sekundenbruchteilen:

Aktuelle Zeit: 16:51:08,23
Geben Sie die neue Zeit ein:

Bestens. Nur fragt mich das Mistding jedes Mal nach der neuen Uhrzeit. Das stört natürlich in meinem Anwendungsfall. OK, die Hilfe meint dass man das mit dem Parameter /t unterbinden kann. Also los:

16:51

Na toll. Ganze Minuten könnte ich damit also abschätzen. Schönen Dank, Windows… :-(

Mein Profil

Mein Profil

Ich hatte ja vor einiger Zeit schon an dieser Stelle über Google+ nachgedacht. Kurz darauf habe ich mich da tatsächlich angemeldet. Und was soll ich sagen? Es gefällt mir!

Ich habe mittlerweile eine erstaunlich grosse Zahl von Leuten in meinen Kreisen die ich persönlich kenne. Dazu noch ein paar denen ich einfach nur folge, ähnlich wie man das bei Twitter macht. Wenn ich der Öffentlichkeit etwas mitteilen möchte kann ich sehr genau auswählen wer die Zielgruppe ist.

Und was ich sehr gut finde: über die Profileinstellungen kann ich sehr schön festlegen wer welche Informationen über mich sehen kann. Die Liste meiner Bekanntschaften etwa geht niemanden etwas an, die wird einfach nicht angezeigt. Natürlich lassen sich anhand von Konversationen Mutmassungen anstellen wen ich in den Kreisen habe, und bei vielen meiner Bekannten ist auch eindeutig zu sehen dass sie mir folgen. Aber direkt kann man — anders als beispielsweise bei Twitter — nicht auf die Liste blicken.

Nach wie vor steht aber die Tatsache im Raum dass ich meine Informationen an eine Datenkrake abgebe. Warum ich da bei Google nur leichte Bauchschmerzen habe, bei Facebook aber total verkrampfen würde hat Zottel in einem Artikel beschrieben dem ich voll zustimmen kann, er hat die gleichen Schmerzen (ich empfehle die Lektüre des ganzen Artikels, nicht nur dieses Ausschnittes):

Google behält nämlich die Daten bei sich. Dritte erhalten zwar die Möglichkeit, von Googles Daten zu profitieren, indem sie Anzeigen an passenden Stellen schalten dürfen. Das ganze System dazu ist aber in Googles Hand, und kein Anderer sieht die privaten Daten der Nutzer.
[…]
Für mich eines ganz klar: Facebook ist nicht vertrauenswürdig. Die Default-Einstellungen sind so gewählt, dass sehr viele private Daten an sehr viele Dritte weitergegeben werden. Das zu ändern ist zwar für die meisten (nicht alle!) Daten möglich, ist aber sehr kompliziert und erfordert selbst für Computerkenner einige Einarbeitungszeit. Es drängt sich Eindruck auf, dass Facebook es seinen Nutzern so schwierig wie möglich machen möchte, ihre Daten einigermaßen vor dem Zugriff Dritter zu schützen. Klar – schließlich ist der Handel mit Daten letztlich Facebooks Geschäftsmodell.

Die Schwierigkeiten bei der Privacy-Einstellung von Facebook kenne ich (natürlich) nicht aus eigener Erfahrung, habe aber schon öfter Klagen in diese Richtung gehört. Warum er trotz dieser Bedenken nicht wechselt ist mir nicht ganz klar. (Mir fiel erst im Nachhinein auf dass der Artikel vom letzten November ist, der Autor ist mittlerweile auch bei Google+.) Wahrscheinlich bleibt man nur aus einem Grund: Bei Facebook sind mehr Leute. Mal sehen wie lange noch, der Internet-affine Teil meines Freundeskreises hat sich zu einem Grossteil schon bei Google+ angemeldet.

Mir bleibt zu hoffen dass Google nicht nur damit beschäftigt ist neue Server für den anhaltenden Nutzer-Ansturm aufzubauen, sondern auch an den fehlenden Features arbeitet. Insbesondere Unternehmens- und Fanseiten dürften die meisten Umsteiger noch vermissen. Und es fehlt natürlich die API, damit man andere Dienste sinnvoll mit G+ verheiraten kann.

Allerdings hat sich selbst in den paar Tagen die ich da jetzt angemeldet bin schon sehr viel getan, ich bin zuversichtlich dass es da in grossen Schritten weiter geht.