Twitter: fast vergessen!

Beinahe hätte ich vergessen, meinen Twitter-Account zu löschen. Ich habe den Anfang August angelegt, und für knapp einen Monat habe ich mir das ganze angesehen. Seitdem lag der Account brach, bis ich ihm gerade eben den Garaus gemacht habe.

Die Idee, auf die Weise mit den ‚Bekannten in der zweiten Reihe‘ in Kontakt zu bleiben ist ja ganz nett, das hat mich auch letztendlich zum Testen bewogen. Wenn bei den Bekannten aber welche dabei sind die ihr Leben für so spannend halten dass sie die ganze Zeit über Twitter brabbeln was sie gerade machen — und damit meine ich wirklich die vielzitierten Statusmeldungen der Nahrungsaufnahme oder -abgabe — gehen die paar Meldungen unter die die selten-Poster von sich geben.

Mir ist auch nicht klar wie man diesen Kanal wirklich produktiv nutzen kann um sich über irgendwas zu informieren. Offenbar geht das irgendwie, aber ich habe es nicht verstanden.

Und nach wie vor hat niemand mein Hauptargument zu dem Thema entkräftet: Wenn — entgegen meiner oberflächlichen Erfahrung — Twitter (oder Microblogging allgemein) tatsächlich ein wichtiger Informationskanal im Netz sein sollte, dann muss der meiner Meinung nach dezentral aufgebaut sein. Hinter Web, Mail, IRC und so weiter stecken keine einzelnen Unternehmen. Das ist gut und wichtig so, denn einzelne Unternehmen können manipulieren, oder was in so einem Fall mindestens genau so fatal wäre: pleite gehen. Mit einem Schlag wären abermillionen Twitter-Junkies ihren Kommunikationskanal los.

Nun denn. Vielleicht geht mir ja irgendwann mal ein Licht auf. Bis dahin hoffe ich einfach (wenn auch vermutlich vergebens), dass der Hype bald vorbei sein wird…

5 Kommentare

  1. Ja genau, und deshalb macht es Sinn, einen laconi.ca Server (aka identi.ca http://identi.ca/jsilence aka status.net http://status.net/) aufzusetzen. Status.net verhält sich zu Twitter, wie Jabber/XMPP zu MSN und Konsorten. Es ist dezentral und unterstützt das OpenMicroBlogging Protokoll (http://openmicroblogging.org/).

    Stell dir das mit dem Microblogging einfach vor wie eine Art verbessertes SMS. Zusätzlich zum 1:1 einer SMS kann Microbloggin 1:n. Und es gibt viel mehr Ein- und Ausgabekanäle. SMS gibts nur auf dem Fon, Twittern kannst du per Mail, per Web, per Fon, per Shell. Und zwar in beide Richtungen. Mehr ist es nicht. Aber halt auch nicht weniger.

    Sunshine!

    -jsl

  2. Ja, laconi.ca kenne ich. Finde ich auch eine gute Idee, und unterstuetzenswert. Bleibt immer noch der Punkt dass ich persoenlich solchen Diensten zumindest bis jetzt noch nichts abgewinnen kann.

    Und der Vergleich mit der SMS ist vielleicht auch nicht schlecht. SMS nutze ich naemlich auch nur aeusserst selten. Da nervt mich die Eingabe, die 160 Zeichen und die Kosten. Eingabe und 160 Zeichen sind Heute nicht mehr das Problem. Bei Twitter sind Eingabe und Kosten kein Problem, dafuer die noch idiotischere Begrenzung auf 140 Zeichen.

    Natuerlich gibt es auch Leute die es toll finden wie gut sie sich in 140 Zeichen ausdruecken koennen. Denen empfehle ich, sich einfach mal fuer ein paar Wochen die Schuhbaender zusammenzuknoten. Mit etwas Uebung kann man sich so auch noch ganz toll bewegen…

    Fuer die eine SMS im Monat (wenn ueberhaupt) wuerde ich kein Handy mit mir rumtragen. Und fuer den einen Tweet im Monat der mich interessiert stecke ich nicht so viel Zeit in so einen Timekiller.

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